Mikromosaike

Keine große Italienreise des 18. und 19. Jahrhunderts ist denkbar ohne ein repräsentatives Mitbringsel. Neben Gipsabgüssen von berühmten Antiken waren Schmuckstücke mit  Darstellungen der römischen Sehenswürdigkeiten ausgesprochen beliebt.

Um das Jahr 1775 erfanden Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti in Rom eine neue Technik der Glasverarbeitung zu winzig kleinen Mosaiken, die unter dem Begriff der „mosaici filati“ (gesponnene Mosaike) bekannt wurden. In dieser Technik konnten nun auch Schmuckstücke und kleine Alltagsgegenstände Schnupftabakdosen, Kästchen, Briefbeschwerer mit Mosaiken verziert werden, die zuvor die Wände und Böden italienischer Kirchen schmückten. Die berühmteste Mosaikmanufaktur des 18. und 19. Jahrhunderts befand sich im Vatikan.

In einer Zeit in der es noch keine Fotographien gab und keine Postkarten, waren Arbeiten in Mikromosaik, die von den Reisenden der Grand Tour erworben wurden, Ausweis von Kennerschaft und zugleich der Beleg für die große Reise durch Europa. Die kleinen Bildwerke faszinieren bis heute.

In verschiedenfarbigem Glas hergestellt und oftmals in Gold gefasst, bieten Sie dem heutigen Betrachter einen Blick ins Italien des 18. Und frühen 19. Jahrhunderts. Zeitgenössische Darstellungen des Forum Romanum, des Pantheon oder des Petersplatzes mit Berninis mächtigen Kolonnaden sind neben Darstellungen, die die Wandmalereien des kurz zuvor ergrabenen Pompejis reflektieren, zählen zum Bildprogramm der Mikromosaike.

In den letzen Dekaden des 19. Jahrhunderts kamen Mikromosaike mit Blumendarstellungen in Mode, die in zum Teil atemberaubend schönen Arbeiten bis heute erhalten sind. Sehr gern zeigen wir Ihnen einige Stücke aus unserer Sammlung.

Simon Michael Hofer
Hofer Antikschmuck
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