Der Verkauf der Liebesgötter

Antikes Diadem in Gold mit einer seltenen, vielfigurigen Muschelgemme, um 1840

Aufgeregt stürmen die Damen voran: Jede will die Erste sein, wenn Merkur heute Liebesgötter verkauft! Kleine, geflügelte Wesen, dem Amor gleich, warten im Käfig des Gottes des Handels. Wem werden sie Glück in der Liebe bringen? Die, welche einen der Liebesboten ergattern konnten, tanzen glücklich im Rund. Eine andere, für die es heute keinen Preis geben wird, schluchzt und trocknet mit den Händen ihre Tränen. Doch noch ist der Handel nicht vorbei, noch gibt es Glück zum Kauf für alle! Das hier vorliegende, seltene und erstklassig erhaltene Diadem des frühen 19. Jahrhunderts zeigt diese Szene in einer großen Muschelgemme, welche wohl in Italien in der Bucht von Neapel entstanden ist. In detailreichem, perfektem Schnitt sind die mehr als 26 Figuren in einer einzigen großen Bewegung wiedergegeben. Merkur steht in der Mitte, preist einen der Eroten an, und links und rechts entspinnt sich die Szene zwischen Begehren, Freude, Glück und Enttäuschung. Das Vorbild für diese Szene ist eine antike Wandmalerei, die 1759 in Stabia in der sog. Villa Arianna in der Nähe von Pompeji und Herkulaneum gefunden wurde. In dem Fresko, wir zeigen eine zeitgenössische Reproduktion aus dem 3. Band der „Antichità di Ercolano esposte“ (Neapel 1762), ist indes eine intimere Szene gezeigt. Eine Händlerin verkauft hier die Liebesgötter an eine einzelne Dame und ihre Freundin. Die Szene wurde innerhalb weniger Jahre in ganz Europa berühmt. Goethe widmete ihr ein Gedicht, zahllose Variationen entstanden in der Druckgrafik, als Gemälde und selbst im Medium des Porzellans, in der Meissener Manufaktur. Das Diadem wandelt die Darstellung ab. Aus der Szene in einem Innenraum wird eine vielfigurige Episode, die auf einem Marktplatz stattfinden könnte. Dadurch erreichte der Schnitzer, dass die Darstellung eine größere Allgemeingültigkeit erhielt, und auch als Schmuck einer Dame von Stand geeignet sein konnte. Denn die ursprüngliche Szene hat doch etwas Verfängliches, leicht fragt man sich: Wer kauft hier einen Liebesgott? Und In welchem Verhältnis stehen die beiden Damen? Das Diadem stellt dem Hingegen eher das Liebeswerben allgemein dar, in all seinen Facetten. Es zeigt das Streben nach Glück und weist seine Trägerin so als aufgeschlossen aus, neuen Bekanntschaften gegenüber. Die Muschel ist in eine breite Fassung aus Gelbgold mit eleganten Pflanzenornamenten im Stil der Jahre um 1840 gefasst. Eine große Nadel an der Rückseite hilft, das Stück sicher in der Frisur zu verankern. Doch auch ungetragen ist es eine Freude, die Arbeit anzusehen: Es ist ein Sammlerstück, das zugleich auch getragen werden kann.

Zur Thematik des Verkaufs der Liebesgötter vgl. u.a. Hans Wille: Wer kauft Liebesgötter? in: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 11 (1972), S. 157-190, sowie mit dem Beispiel eines Fächers aus dem Frankfurter Kunstgewerbemuseum Stephanie Hauschild: Wer kauft Liebesgötter? Der Faltfächer als Souvenir im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, Frankfurt 2015.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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