Bernstein, Eisen & Jett

Bernstein, Eisen & Jett

Kunsthandwerk aus Naturmaterialien

In den vergangenen Jahrhunderten haben nicht nur Gold, Perlen und Edelsteine die Herstellung von Schmuck geprägt. Die Liste vermeintlich unedler Materialien ist lang, die stets ebenso zur Herstellung von Schmuck verwendet wurden. Doch auch wenn ihr materieller Wert nicht zählt: Die hohe Qualität, die kunstfertige Herstellung und die spannenden Geschichten der Stücke sind und bleiben bewunderungswürdig.

Jett oder Gagat ist eine Form versteinerter Kohle, die wegen ihres einzigartigen Glanzes und der leichten Bearbeitbarkeit ebenso wie Bein bereits seit vorgeschichtlicher Zeit zu Schmuck verarbeitet wird. Die alten Römer stellten Schmuck und Amulette aus Jett her; ab dem Mittelalter fertigte man daraus in ganz Europa Rosenkränze. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Jett-Mode, entstanden vor allem große Schmuckstücke mit aufwendig geschnitzten Details, wie sie dem damaligen Geschmack entsprachen; da das Material sehr leicht ist, bot es sich hierfür besonders an. Jett ist seit dieser Zeit vor allem als Trauerschmuck bekannt, da Königin Viktoria, nach dem Tod ihres Gatten 1861, das Tragen allen Schmuckes am englischen Hof mit Ausnahme des schwarzen Jetts verboten hatte.

Schmuck aus Eisen war eine große Mode zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich war Schmuck aus Eisen zum ersten Mal in Berlin entstanden, als ein tragbares Zeichen des Patriotismus gegen den Preußen bedrohenden Napoleon. Die Frauen der Hauptstadt Preußsens spendeten ihren Goldschmuck und erhielten Ersatz aus weniger wertvollem Eisen, das sie fortan stolz trugen.

In kürzester Zeit verbreitete sich die Mode des schwarzen Schmucks über ganz Europa. Selbst in Frankreich, eigentlich ja der verfeindete Gegner, wurde bald Schmuck aus „Fer de Berlin“ getragen. Kein Wunder, dass auch andere Zentren der Eisen- und Schmuckverarbeitung Schmuckstücke aus diesem Material für den Markt fertigten.

Bernstein schließlich, das „Gold der Ostsee“, hat ebenso bis heute nichts an Attraktivität verloren. Die große Bandbreite seiner immer warmen Färbung und die guten Materialeigenschaften des Bernsteins ließen durch die Jahrhunderte wunderbare Objekte entstehen, von denen keines wie das andere ist. Doch neben so großartigen Kunstwerken wie dem berühmten Bernsteinzimmer und zahlreichen wertvollen Kunstkammerobjekten der Renaissance war Bernstein stets auch ein Material, um Schmuck herzustellen.

Uns begeistern vor allem die auserlesenen Erzeugnisse der Staatlichen Bernsteinmanufaktur Königsberg SBK, welche zwischen 1926 und 1945 wunderbare Ketten und Broschen herstellte. Oft in Silber montiert, lassen sie das Herz jedes Liebhabers höher schlagen.