Ein preußischer Reformer

Anhänger aus Berliner Eisen mit dem Bildnis Friedrich Wilhelm III., um 1820

„Nicht dem Purpur, nicht der Krone räumt er eitlen Vorrang ein. Er ist der Bürger auf dem Throne, und sein Stolz ist’s Mensch zu sein.“ So dichtete Karl Alexander Herklots auf den ein Jahr zuvor zum König von Preußen gekrönten Friedrich Wilhelm III. Wie wenige andere Könige von Preußen war Friedrich Wilhelm ein Mann der Reform und des Fortschritts, obwohl die Zeiten seiner Regierung nicht immer gewogen waren. Während seiner Regierungszeit von 1797 bis 1840 sah seine Heimat die Unterwerfung unter Napoleon und große wirtschaftliche Not; er selbst musste mit seiner geliebten und vom Volk verehrten Gattin Luise sogar aus Berlin vor den französischen Truppen fliehen. Doch in der Tradition Friedrichs des Großen und unter dem Druck der Zeiten gestaltete er den absolutistischen Staat schließlich zu einem modernen aufgeklärten Königtum um. Der König vollendete mit Hilfe des Freiherrn vom Stein den preußischen Beamtenstaat, entließ die Bauern aus der Leibeigenschaft, stellte die Juden in Preußen den Christen rechtlich gleich und förderte nicht zuletzt das Bildungssystem durch die Gründung der Berliner Universität. Auch die Wirtschaft florierte zum Ende seines Lebens wieder: Der Beginn der Industrialisierung Preußens, welche später noch rasant an Fahrt gewinnen sollte, lässt sich mit ersten Reformen unter seiner Herrschaft begründen. Kein Wunder also, dass Friedrich Wilhelm III., nicht weniger als Königin Luise, in Preußen ebenso wie im Ausland in hoher Verehrung stand. Ein wunderbarer Ausweis dieser Verehrung liegt hier vor. Der Anhänger aus geschwärztem Eisen zeigt Bildnis des Königs in Uniform. Im Profil nach links gegeben, erkennen wir Friedrich Wilhelm leicht an seiner typischen Biedermeierfrisur, den detailliert und scharf geschnittenen Gesichtszügen und der Uniform mit dem Schwarzen Adlerorden. Der Anhänger ist in den Jahren um 1820 entstanden. Zu dieser Zeit, mit dem Ende des Wiener Kongresses und nach dem endgültigen Sieg über Napoleon, entstanden zahlreiche Bildnisse auf Silbertalern, Medaillen und Druckgrafiken, welche den König wie unser Anhänger aus patriotischem Eisen, ganz nach der aktuellen Mode zeigten. Zuvor noch hatte sich der König mit der Perücke des alten Fritz darstellen lassen: Mit dem Neuanfang im Staate fielen also ganz bildlich auch die alten Zöpfe. Der Anhänger, ein Sammlerstück und Ausweis großer Königstreue, der im typischen dunklen schwarz des Eisens schimmert, ist ein schönes und elegantes Zeitzeugnis. Im typischen Material der Zeit ausgeführt, bringt er uns die den Preußischen König durch die Augen seiner Zeitgenossen besonders nah.

Zur Zeit der Napoleonischen Kriege Anfang des 19. Jahrhunderts initiierte die preußische Prinzessin Marianne eine Aktion, die unter der Parole „Gold gab ich für Eisen“ zur Verteidigung des von Frankreich bedrohten Heimatlandes Preußen beitragen sollte: In einem großen Prozessionszug auf der Prachtstraße Unter den Linden in Berlin brachten die Damen der Gesellschaft unter Anführung der Prinzessin ihren Goldschmuck dem König als Geschenk dar. Mit dem so gesammelten Gold konnte der Kampf gegen Napoleon und seine Truppen finanziert werden; im Gegenzug erhielten die Spenderinnen im Tausch gegen ihre Juwelen Schmuckstücke aus gegossenem Eisen, die so fortan mit patriotischem Stolz trugen. Die große Zeit von Schmuckstücken aus Eisen begann somit in den Jahren der napoleonischen Besatzung Preußens. Dieser neue Bedarf an Eisenschmuck zog die Gründung der Berliner Eisengießerei nach sich, welcher der Goldschmied Conrad Geiss vorstand, der zahleiche Entwürfe des Klassizismus zur Ausführung kommen ließ. Der Berliner Eisenschmuck, das „Fer de Berlin“ mit seinen klaren Konturen und seiner zurückhaltenden, dunklen Farbe entsprach dabei dem Geist des Klassizismus. Mit ihm wurde dem aufwendigen Diamantpomp des 18. Jahrhunderts eine Alternative entgegengesetzt, die bürgerliche Tugenden wie Bescheidenheit, Zurückhaltung und Bildung Ausdruck gab. Doch nicht nur in Berlin wurden in diesen Jahren Schmuckstücke aus Eisen hergestellt, auch in Schlesien, in der neutralen Schweiz und später selbst in Frankreich wurden Schmuckstücke aus diesem Werkstoff gefertigt: Das geschwärzte Eisen war Mode und salonfähig geworden.

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