Madonna im Perlenkranz

Antike Lagenstein-Gemme in Goldfassung mit Naturperlen, Paris um 1870

Die vorliegende Gemme zeigt das Haupt der Maria mit nach unten gesenktem Blick, der Ansatz ihres gewellten Haares unter dem drapierten Tuch noch leicht sichtbar. Sinnlich ist ihr Blick und nachdenklich, ihr Antlitz schön und jung. Die Haltung und das Aussehen der Gottesmutter erinnert an zahlreiche berühmte Gemälde der italienischen Renaissance. Raffaels „Madonna Aldobrandini“, die sich heute in der National Gallery in London befindet (vgl. letzte Abb.), kommt in den Sinnn, oder Botticellis „Madonna dell Libro“, heute im Museo Poldi Pezzoli in Mailand. Doch wie so häufig ist das Vorbild nicht eins zu eins kopiert worden. Dies liegt auch daran, dass Gemälde in jener Zeit meist nur künstlerisch reproduziert wurden, in der Regel als Stich – und so entfernte sich jede Kopie ein wenig weiter vom ursprünglichen Gemälde. Das Haupt der Madonna erhebt sich cremeweiß und plastisch vor einem rosenfarbenen Grund. Gefasst ist die aus Lagenstein geschnitzte Kamee in einer Fassung aus Gold, um die ein Kranz schimmernder, natürlicher Perlen herumläuft. Jene Art der Fassung entsprach in der Entstehungszeit des Schmuckstücks der Mode – und doch ist ihr auch eine Symbolik inne. Denn die mit der Perle verknüpften Assoziationen sind vielfach mit Maria verknüpft: So kann sie nicht nur für Unschuld oder sogar Tränen stehen, sondern auch für Christus selbst. Die Assoziation, Christus sei im Leibe Mariens gewachsen wie die Perle in der Muschel, ist eine alte, die sich bereits im mittelalterlichen Aberdeen Bestiary findet: „Wenn die Muschel aus ihrem Ruheplatz zur Oberfläche des Meeres heraufsteigt, so öffnet sie ihren Mund und empfängt himmlischen Tau, und hierauf scheinen die Strahlen der Sonne; so wächst in der Muschel eine köstliche, schimmernde Perle, empfangen durch den himmlischen Tau, und durch die Strahlen der Sonne mit Lüster versehen. Aus diesem Grunde symbolisiert die Muschel die heilige Maria.“ (Aberdeen Bestiary, 1300) Hier erscheint diese Deutung besonders gelungen, stellt doch die Gemme nur Maria selbst dar; auf dem Gemälde jedoch sitzt Christus als Knabe in ihrem Schoß – durch den Kranz aus Perlen wird jenes Motiv also symbolisch wieder vervollständigt. Durch eine einfache Steckvorrichtung auf der Rückseite des Schmuckstückes lässt sich die Broschierung abnehmen und die Gemme sich als Anhänger tragen. Sie ist sehr gut erhalten und war einst gehüteter Besitz einer vornehmen baltendeutschen Familie. Zu uns fand das Stück hier in Berlin.

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