Seltene Blüten

Antiker Anhänger mit plastischem Mikromosaik in Gold, Rom um 1870


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Antiker Anhänger mit plastischem Mikromosaik in Gold, Rom um 1870
Antiker Anhänger mit plastischem Mikromosaik in Gold, Rom um 1870
Beschreibung
Die Kunst des Mikromosaiks ist eine römische Kunst. Seit der Antike schmücken hier große Mosaike die Basiliken, Kirchen und Kapellen. Im 18. Jahrhundert dann spezialisierten sich einige Handwerker auf eine Version der großen Mosaiken 'en miniature', und im 19. Jahrhundert wurde diese Kunst des Kleinen zu einem der beliebtesten Souvenirs aus der Ewigen Stadt. Der hier vorliegende Anhänger präsentiert eines dieser römischen Mikromosaike aus farbigem Glas in einer besonders seltenen Variante. Rosen, Dahlien und zahlreiche weitere Blumen erblühen vor schwarzem Grund, doch ihre Blüten sind so geschickt aus Glas und geschnittenen Steinen gesetzt, dass die kleinen Einzelteile ein dreidimensionales Bild, ein Relief geradezu ergeben. So entsteht ein realistischer Eindruck, bei dem man fast den Duft der niemals welkenden Blumen wahrzunehmen scheint. Gehalten wird das Mosaik durch eine Fassung aus hochkarätigem Gelbgold im archäologischen Stil der Jahre um 1870. Der Anhänger beeindruckt durch seine Größe und seine wunderbare Verarbeitung. Als Souvenir einer Reise durch Italien wurde der Anhänger wahrscheinlich von einem Reisenden in Rom erworben, der eine dauerhafte Erinnerung an das farbenfrohe italienische Leben als Geschenk mit in den grauen Norden bringen wollte.
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Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L’arte del micromosaico fra ’700 e ’800, Mailand 2001.
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Unser Versprechen
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