Mächte des Lichtes

Antiker Anhänger im Holbein-Stil aus Silber & Email, um 1880

Furchtlos und mutig reitet der edle Recke auf seinem weißen Ross dem Ungeheuer entgegen. Mit einer Lanze in der Hand wird er den auf dem Boden kauernden Drachen ohne Zweifel besiegen. Das vorliegende Schmuckstück begeistert mit seiner exzellenten Darstellung und führt uns tief in die Kulturgeschichte. Denn das Drachentötermotiv erscheint in fast allen Religionen und Kulturkreisen der Erde als Sinnbild des Kampfes der Mächte des Lichtes mit den Gewalten der Finsternis. Im christlichen Abendland ist es der Heilige Georg, der den Kampf mit den Drachen der Unterwelt aufnimmt. Der historische Georg war unter Kaiser Diokletian im 4. Jahrhundert hingerichtet worden und wohl einfacher Soldat. Im 12. Jahrhundert entstand jedoch die Legende, Georg sei ein edler Ritter gewesen, habe einen Drachen getötet und dadurch eine jungfräuliche Königstochter gerettet – und wurde damit sofort zu einem der populärsten Heiligen, schon wegen dieser aufregenden Geschichte. Darstellungen Georgs zu Pferde haben sich daher zahlreiche in der Geschichte der Kunst erhalten. Als Schutzheiliger Englands und Russlands zierte seine Darstellung zahlreiche Münzen. Wappen vieler Städte tragen sein Bild, darunter die von Bamberg, Hattingen und Moskau. Statuen, Fresken und Bilder zeigen seinen Kampf, etwa auf dem Palas von Schloss Neuschwanstein. Und nicht zuletzt unser exquisites Collier, in einer detailreichen, vollplastischen Szene aus erlesenen Materialien. Der hier vorliegende Anhänger aus Silber, Email und einer Perle setzt dieser Erzählung aus der christlichen Mythenwelt ein kostbares Denkmal. Eine vielfarbige Emaillierung schmückt die Skulpturengruppe, die von zwei Kettchen gehalten wird. Arbeiten mit farbiger Emaillierung sind seit Spätmittelalter und Renaissance der Höhepunkt der Goldschmiedekunst. Weltberühmt ist das in dieser Technik hergestellte „Goldene Rössl“ aus Altötting, entstanden 1404, und die „Saliera“ Benvenuto Cellinis, heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Im 19. Jahrhundert wurden in ganz Europa auch im Bereich des Schmucks Entwürfe im Stil der Renaissance modern, zunächst in Frankreich und England, zum Ende des Jahrhunderts auch in Deutschland und Österreich-Ungarn. Das hier vorliegende Collier ist in den Jahren um 1880 vermutlich in Deutschland entstanden und stellt sich durch seine kunstfertige und detailreiche Verarbeitung in diese große Tradition mittelalterlicher Goldschmiedearbeiten. Seine Formen, seine Thematik und seine Farbigkeit entsprechen genau den berühmten Vorläufern. Die staunenswerte Finesse der Verarbeitung, die kostbaren Materialien und die spannende Motivik machen das Stück zu einem Kleinod, an dem man sich kaum satt sehen kann!

Schmuck in Renaissanceformen mit reicher Emaillierung ist ein besonders kostbares Sammelgebiet. Nur wenige dieser kostbaren Stücke sind ohne Beschädigungen und Fehlstellen über die Zeitläufte zu uns gekommen, sodass es ein besonderes Glück ist, eines dieser Zeitzeugnisse zu finden. Besonders im 19. Jahrhundert sind Entwürfe in dieser Technik umgesetzt worden. Zunächst entstand in Frankreich seit den 1850er Jahren eine Begeisterung für die Epoche von François I. und Henri II., die man als Zeitalter patriotischer Größe verstand. François-Désiré und Émile Froment-Meurice schufen Schmuckstücke um Szenen wie die „Toilette der Venus“, die zugleich gelehrt auf die Antike verwiesen und doch auf eine heitere Art auch die Interessen des diesseitigen Lebens nicht außer Acht ließen. Andere Goldschmiede wie Boucheron, Falize und Wièse folgten – und im Jahr 1871 galt Paris dem Art Journal bereits als Hauptstadt des Emails. In Großbritannien nahm die Entwicklung einen ähnlichen Lauf. Die Renaissance galt auch hier als Nationalstil, da sie auf die glanzvolle Epoche von Heinrich VIII. und Elizabeth I. verwies. John Brogden und Carlo Giuliano fertigten in London in den 1860er Jahren Entwürfe, die sich an den Schmuckstücken auf den Gemälden Hans Holbeins orientierten, weshalb der Stil auch „holbeinesque“ genannt wurde. Queen Victoria galt als neue Königin Elizabeth und Schmuck, der diese Vergangenheit mit der Gegenwart verband, galt so als Ausweis patriotischen Stolzes. In Deutschland schließlich wurde Schmuck in Renaissanceformen unter Begriff des „Altdeutschen Stils“ modern. Hier berief man sich seit den 1870er Jahren auf die Dürerzeit. Juweliere wie Huga Schaper in Berlin und August Kleeberg in Wien lieferten hochwertigen Schmuck im Stil der Renaissance, ebenso wie der ihrer Kollegen in Paris und in London reich ausgestattet mit farbigem Email. Die ohnehin mehr behaupteten als tatsächlichen Unterschiede der jeweiligen Nationalstile verschwammen zum Ende des Jahrhunderts immer mehr. Schmuck mit kunstvollem Email indes blieb noch lange in Mode – Denn auch die Künstler des Jugendstils wie René Lalique bedienten sich gern dieser Technik, wenngleich nun in einer ganz anderen Formensprache.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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