Königliche Hoheit

Seltenes Kreuz aus Berliner Eisen auf Elisabeth Ludovika von Preußen, um 1830

In der Zeit nach den Napoleonischen Kriegen ordnete sich die politische Landschaft Europas neu. Neue Allianzen wurden geschmiedet und Verbindungen zwischen den Staaten wie seit Alters her auch durch Heiraten zwischen den regierenden Fürsten geschlossen. Im November 1823 etwa verband sich auf diese Weise Preußen und Bayern: Der Kronprinz von Preußen, der spätere Friedrich Wilhelm IV., heiratete Elisabeth Ludovika von Bayern, Tochter des Königs von Bayern, Schwester der Königin von Sachsen, und spätere Patentante von Kaiserin Sisi von Österreich. In Preußen wurde die Vermählung angemessen gefeiert und - nicht selbstverständlich für die Zeit - entstand zwischen beiden Brautleute im Laufe der Jahre sogar eine glückliche Ehe. Seit 1840 waren beide König und Königin von Preußen, und bis zu ihrem Lebensende im Dezember 1873 wurde Elisabeth, die ihre Aufgabe in wohltätigen Aufgaben sah, von ihrem Volke verehrt. Zahlreiche Straßen und Plätze tragen noch heute ihren Namen, nicht zuletzt der berühmte Elisenbrunnen in Aachen. Ein besonderes, typisch Berlinisches Zeugnis der Verehrung Elisabeths liegt hier vor. Das aus Berliner Eisen gefertigte Kreuz trägt in den Kreuzarmen folgende Inschrift: „K P V PR ELISABETH LUDOVICA“, also: Kronprinzessin von Preußen Elisabeth Ludovika. Rosen zieren die Flächen des Kreuzes und wie bei einem Orden von der Mitte ausgehende Strahlen zieren die Zwickel zwischen den Balken. Dass hier gerade Rosen gewählt wurden, mag eine versteckte Referenz auf die katholische Kindheit der Kronprinzessin sein, denn ihre Namensheilige, Elisabeth von Thüringen, ist ja eng mit der Rose verbunden. Da Elisabeth auf dem Kreuz als Kronprinzessin tituliert ist, muss das Kreuz zwischen ihrer Heirat 1823 und ihrer Krönung 1840 entstanden sein, vielleicht als Souvenir anlässlich der Hochzeit des Paares oder im Anschluss daran als ein Königliches Geschenk, welches Elisabeth an verdienstvolle Personen verschenkte. Selten ist es in jedem Fall noch dazu erstklassig erhalten – und zeigt eindrucksvoll, dass es zwischen Bayern und Preußen auch harmonische Eintracht geben kann. Ein zeitgleiches Medaillon auf die Kronprinzessin aus der Königlichen Eisengießerei findet sich abgebildet in Eisen statt Gold. Preußischer Eisenkunstguss aus dem Schloß Charlottenburg, dem Berlin Museum und anderen Sammlungen, hg. v. Willmuth Arenhövel, ua., Berlin 1982, S. 69, Kat.-Nr. 127, Abb. S. 71; andere Kreuzanhänger aus derselben Zeit ebd., S. 154.

Zur Zeit der Napoleonischen Kriege Anfang des 19. Jahrhunderts initiierte die preußische Prinzessin Marianne eine Aktion, die unter der Parole „Gold gab ich für Eisen“ zur Verteidigung des von Frankreich bedrohten Heimatlandes Preußen beitragen sollte: In einem großen Prozessionszug auf der Prachtstraße Unter den Linden in Berlin brachten die Damen der Gesellschaft unter Anführung der Prinzessin ihren Goldschmuck dem König als Geschenk dar. Mit dem so gesammelten Gold konnte der Kampf gegen Napoleon und seine Truppen finanziert werden; im Gegenzug erhielten die Spenderinnen im Tausch gegen ihre Juwelen Schmuckstücke aus gegossenem Eisen, die sie fortan mit patriotischem Stolz trugen. Die große Zeit von Schmuckstücken aus Eisen begann somit in den Jahren der napoleonischen Besatzung Preußens. Dieser neue Bedarf an Eisenschmuck zog die Gründung der Berliner Eisengießerei nach sich, welcher der Goldschmied Conrad Geiss vorstand, der zahleiche Entwürfe des Klassizismus zur Ausführung kommen ließ. Der Berliner Eisenschmuck, das „Fer de Berlin“ mit seinen klaren Konturen und seiner zurückhaltenden, dunklen Farbe entsprach dabei dem Geist des Klassizismus. Mit ihm wurde dem aufwendigen Diamantpomp des 18. Jahrhunderts eine Alternative entgegengesetzt, die bürgerliche Tugenden wie Bescheidenheit, Zurückhaltung und Bildung Ausdruck gab. Doch nicht nur in Berlin wurden in diesen Jahren Schmuckstücke aus Eisen hergestellt, auch in Schlesien, in der neutralen Schweiz und später selbst in Frankreich wurden Schmuckstücke aus diesem Werkstoff gefertigt: Das geschwärzte Eisen war Mode und salonfähig geworden. 1851 schließlich wurden Schmuckstücke aus Fer de Berlin auch auf der Weltausstellung in London ausgestellt und ausgezeichnet. Vgl. Elisabeth Schmuttermeier: Schmuck aus Eisen, in: Berliner Eisen. Die königliche Eisengießerei Berlin. Zur Geschichte eines preussischen Unternehmens, hrsg. v. Charlotte Schreiter / Albrecht Pyritz, Berlin 2007, S. 227–240, sowie die entsprechenden Kapitel in Brigitte Marquardt: Schmuck. Klassizismus und Biedermeier 1780-1850. Deutschland, Österreich, Schweiz, München 1983.

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