Freundschaftsgabe des Biedermeier

Anrührender, Haar- & Almandin Granat Ring, England um 1800

Eine feine Einlage aus menschlichem Haar ist der Mittelpunkt dieses Ringes aus rötlichem Gold. Zu einem feinem Geflecht verwoben, zeigt es sich als haltbares Gewebe. Umgeben ist das Haar, das von einem transparenten Kristall sicher geschützt ist, von einem Kranz aus Granaten im Tafelschliff. Wir sehen ein Schmuckstück der Jahre um 1800, das in England entstanden ist, es kam aus einem Londoner Nachlass zu uns. Die Epoche des Biedermeier, im vereinten Königreich nach König Georg „georgian period“ genannt, verehrte die Erinnerungskultur ebenso wie die Freundschaft und die Liebe und sehnte sich nach Frieden nach den Kriegen Napoleons. Man schenkte sich kleine Gaben, um die Fäden romantischer Beziehungen zu spinnen, schrieb sich Briefe und Gedichte und las die Bücher Adalbert Stifters und Annette von Droste-Hülshoff. Stendhal, der große französische Romancier des frühen 19. Jahrhunderts, überliefert in seinem Briefwechsel mit Balzac, dass auch Männer Schmuck aus menschlichen Haaren trugen. Als 1810, auf dem Höhepunkt der Herrschaft Napoleons, die eingeschüchterten Österreicher in St. Cloud mit Frankreich über ein Bündnis verhandeln mussten, konnte er beobachten, wie der österreichische Unterhändler Fürst von Metternich ein Armband aus Haar von Caroline Murat trug, der Schwester Napoleons. So konnte er seinen Willen zum Bündnis beider Länder auf subtile Weise ausdrücken, welches wenig später die Ehe Napoleons mit Marie-Louise von Habsburg, der älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. besiegelte. Als Ironie der Geschichte verbündete sich die enttäuschte Caroline Murat wenig später mit Österreich gegen ihren Bruder – das Band aus Haar am Arm Metternichs verband beide somit noch weit mehr und länger, als diese wohl zuerst ahnten. Vgl. Stendhal: Die Kartause von Parma, München 2007, Kommentar, S. 802. Wie passt dieser Ring in diese Zeit? Der Granat, muss man wissen, war im 19. Jahrhundert ein symbolisch verstandener Stein. Seine rote Farbe verstand man als Zeichen der Liebe, vielleicht auch als Aufforderung zur Erinnerung an den oder die Liebste. In Kombination mit der Einlage aus Haar ergänzt der Granat so die Aussage des Ringes. Als ein Geschenk der Liebe und Erinnerung ist er ursprünglich entstanden.

Brigitte Marquardt bildet in ihrer Publikation zu Schmuck des Biedermeier, München 1983, auf S. 208, einige Schmuckstücke der Erinnerungskultur des 19. Jh.s ab, die zum Teil aus menschlichem Haar gearbeitet sind und erklärt deren Bedeutung: Die Verarbeitung von Haar zu Schmuckstücken basiert in der Bedeutung des Haares als Teil des ganzen Menschen, das durch seine Haltbarkeit gleichsam unsterblich ist. Im Volksglauben ist das Haar der Sitz der Lebenskraft. Schmuckstücke dieser Art waren oftmals Geschenke von heiratenden Töchtern an deren Mütter, so konnte im wahrsten Sinne des Wortes, ein Teil des Kindes, das das Haus verlässt, bei der liebenden Mutter bleiben und immerwährende Erinnerung sein, auch wenn die Tochter nun ihren eigenen Hausstand gegründet

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