König der Vergangenheit

Antik-Römische Karneolgemme des 1./2. Jh. n. Chr. in einem modernen Goldring

Kleider machen Leute, das war nicht erst beim Hauptmann von Köpenick so. Auch in der Antike definierten Kleider, Frisuren und Schmuck den gesellschaftlichen Stand und waren unter hohen Strafen klar definierten gesellschaftlichen Gruppen vorbehalten. Manchmal waren es dabei aus heutiger Sicht ganz kleine Einzelheiten, welche einen großen Unterschied machten. Der hier vorliegende Ring mit einem kunstvoll geschnittenen Karneol zeigt ein Männerportrait im Profil nach links. Das reiche, lockige Haar ist mit einem Band gebändigt, dessen freie Enden hinter dem Kopf im Wind zu wehen scheinen. Ein solches Stirnband hieß bei den alten Römern taenia oder diadema und war Erkennungszeichen der Könige. Sowohl die altrömischen Könige der Vorzeit wurden in späteren Jahrhunderten mit diesem Stirnband ausgezeichnet und erkenntlich gemacht, als auch Könige andere Völker, wie der Phönizier oder Ägypter. Der antike Siegelstein wurde kurz nach der Zeitenwende geschnitten. Die Darstellung und Detaillierung, die Form der Wiedergabe und der Vergleich mit anderen überlieferten Intaglien lassen uns dieses Stück in das 1. bis 2. Jahrhundert nach Christus datieren, in die römische Kaiserzeit also. In dieser Zeit entstanden Intaglien wie das hier vorliegende zu den verschiedensten Anlässen: Man ließ Bildnisse von sich selbst oder Schutzpatronen in Stein schneiden um sie an Freunde und Verwandte zu schenken, Szenen aus der Mythologie und Darstellungen der Götter hingegen dienten als schutzbringende Amulette. Doch Intaglien entstanden auch als kostbare Geschenke der Kaiser, um Soldaten, Staatsdiener oder verdiente Bürger für treue Dienste auszuzeichnen. Der hier vorliegende Siegelstein aus Karneol mag als ein solches Geschenk entstanden sein, vielleicht als eine Erinnerung an die eigene Geschichte . Hierbei gibt das Material einen zusätzlichen Hinweis auch zum Ort der Entstehung. Denn Gemmen in Carneol entstanden zu dieser Zeit vor allem in Aquileia in besonders großer Zahl; möglicherweise stammt unser Fabelstein auch von hier. Vgl. hierzu Erika Zwierlein-Diehl: Antike Gemmen und ihr Nachleben, Berlin/New York 2007, u.a. S. 136, S. 143, S. 144 u. a. Der hier vorliegende Ring präsentiert das königliche Intaglio in einer Rahmung aus Gold. Dabei fällt auf, dass der Stein wohl schon in ältester Zeit einen Chip, eine Fehlstelle erlitten hat: Am oberen Rand fehlt ein Stück des Karneols, das durch Gold ersetzt wurde. Dabei kam der antike römische Carneol mit seiner Fassung ursprünglich als Teil eines Armbandes der Jahre um 1800 aus einer Kölner Sammlung zu uns. Die Retusche aus Gold ist daher schon vor rund 200 Jahren entstanden. Die schlichte Ringschiene aus hochkarätigem Gold mit den beiden Bögen rechts und links der Steinfassung hingegen ist in unserer Werkstatt nach Vorbildern derselben Zeit entstanden. So kann die Gemme nun wieder sicher und mit Freude als Ring getragen werden.

Eines der schönsten und spannendsten Felder im Bereich des Schmucks ist das Sammeln antiker Intaglien und Kameen. Diese in harten Stein geschnittenen, vertieften bzw. erhabenen Bildnisse bieten eine so große Fülle von Motiven, dass sich für jedes Interesse sich eine ganze Welt der Gegenstände offenbart. Es gibt Gemmen mit Portraits berühmter Personen und Heroen, Darstellungen von Gottheiten und mythischen Ereignissen, Erinnerungen an persönliche Erlebnisse und erzählende Szenen aus dem Alltagsleben. Da Gemmen als Schmuck in der Antike weit verbreitet waren und wohl jeder Bürger entsprechende Steine trug (und gerne auch verschenkte), haben sich auch außerhalb der Museen relativ zahlreich originale Stücke erhalten. Solche Gemmen anbieten zu können freut uns stets besonders.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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