Weiß sind all’ meine Juwelen

Antike Anhänger-Brosche mit Diamanten & Perlen, um 1890

„Unter der gestreiften Markise floss ein kontinuierlicher Strom schwarzer Mäntel und prächtiger Kleider in das Haus. Von Umhängen und Mänteln befreit, präsentierten sich dort die Besitzer der besagten Garderobe in kostbarer Kleidung und glänzenden Juwelen. Überall funkelten Diamanten. Auf schneeweißen Hemden und vollen Büsten, auf gepuderten Hälsen, nackten Armen und unbehandschuhten Fingern. Sie krönten die ebenholzfarbenen Haare stattlicher Matronen und funkelten zwischen den gelockten und geflochtenen Haaren junger Frauen. Sie leuchteten auf Trägern und Dekolletés der Kleider und wanden sich schlangenartig um runde Handgelenke…“ (Übersetzt nach dem Fortsetzungsroman „The Countess Pharamond“, London Society, April 1892, S. 336.) Die Belle Époque, die Zeit zwischen ausgehendem 19. Jahrhundert und Beginn des ersten Weltkriegs, erhob Diamantschmuck in der Nichtfarbe Weiß zur Königsdisziplin des Schmucks. Bevor aber Weißgold erfunden und Platin in ausreichendem Maße verfügbar und zu verarbeiten war, wurde Silber genutzt, um Diamanten und auch weiße Perlen möglichst effektvoll zu fassen. Die hier vorliegende Brosche in Form einer barock anmutenden Kartusche ist als ein solcher Dreiklang verschiedener Weißtöne entworfen. Neben den kühlen Glanz weißer Diamanten im Altschliff gesellt sich der cremige Lüster zweier tropfenförmiger Naturperlen, die beweglich abgehängt sind. Die Edelsteine sind in Silber gesetzt, dessen natürliches Nachdunkeln durch Oxidierung leicht mitgedacht ist, leuchten doch aus dem dunklen Metall heraus die Diamanten noch heller. Rückseitig ist das Schmuckstück aus rhodiniertem Gold gearbeitet. In der Entstehungszeit der Brosche war es durchaus üblich, Schmuckstücke mit doppelten Montierungen als Brosche und Anhänger zu gestalten, wurden doch beide an der gleichen Stelle getragen – der Anhänger auf dem Dekolleté, die Brosche mittig am Kragen einer hochgeschlossenen Bluse oder am Ausschnitt des Kleides. Besonders luxuriöse Varianten der Anhänger-Brosche, so auch die hier vorliegende, waren dabei mit einer abschraubbaren Montierung versehen. Dank eines kleinen Schraub-Mechanismus lässt sich die Broschierung abnehmen, trägt man das schöne Stück als Anhänger. Die Anhänger-Öse ist hinter dem Rahmen stets versteckt, sodass sie auch wenn das Juwel als Brosche getragen wird nicht stört. Das feine Arangement aus Diamanten in Naturperlen fand in London zu uns, wo es vermutlich auch in den Jahren um 1890 entstanden ist.

Mit der Erfindung des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts erfüllte mit einem Mal gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas. Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen aus Diamanten und Silber antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Überhaupt wurde der Schmuck zunehmend reicher mit funkelnden Edelsteinen ausgefasst, um ein immer luxuriöseres und reicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten.

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