Herzblatt

Antike Anhänger-Brosche mit herzförmigem Amethyst, Großbritannien um 1905

Das Herz als offensichtlichstes aller romantischen Symbole findet sich immer wieder im Schmuck des 19. und auch frühen 20. Jahrhunderts – Schmuck einer Zeit also, die so gern und oft sentimentale Botschaften transportieren wollte. Meist finden wir es in Gold ausgeführt, in Form eines Medaillons oder Anhängers. Seltener ist es in dieser Zeit als Schliff für einen Edelstein zu finden. Umso schöner ist ein Fund wie dieser, der die Zeiten unbeschadet überstanden hat und uns nun die Ästhetik und Sensibilität der edwardianischen Zeit vor Augen zu führen vermag, als wäre seither kein Tag vergangen. Ein großer, natürlicher Amethyst ist hier zu einem Herzen geschliffen worden. Er wird von einer feinen Millegriffes-Fassung gehalten, gerahmt von einem Lorbeerkranz. Obenauf komplettiert eine Schleife als Verbundenheitssymbol den Entwurf. Diese verspielten Ornamente, der Formenwelt des galanten 18. Jahrhunderts entlehnt, finden wir vielfach im Schmuck der Jahre um 1900. Aufgrund der Popularität der Lorbeergirlanden erhielt dieser insbesondere in England verbreitete Stil auch den Namen „garland style“, also Girlandenstil. Das in jeder Hinsicht zeittypische Schmuckstück lässt sich als Anhänger und als Brosche tragen. Wir entdeckten es in London, und in England entstand es auch einst. Die 15-karätige Goldlegierung belegt ebenfalls den Entstehungsort und -zeitpunkt, denn diese spezielle Legierung wurde nur bis 1932 in England verwendet.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts scheute man sich nicht mehr, auf die verspielten Formen des Rokoko zurückzugreifen und so eine ideelle Verbindung zur prachtliebenden Ära des Ancien Regime herzustellen. Ausgegangen war diese Bewegung nicht zuletzt von Frankreich aus, wo Napoleon III. zur Zeit des Second Empire (1852-1870) zu Zwecken der Legitimierung an die lange französische Kunst- und Architekturgeschichte anknüpfte. Seine Ehefrau, Kaiserin Eugénie, war für ihren exklusiven Schmuck bekannt, darunter mit Schleifen bekrönte Herzen, große Tropfenperlen – Preziosen, wie sie schon Marie Antoinette getragen hatte. Mit dem Fortschreiten der Zeit verbreitete sich diese Mode selbstredend auch unter wohlhabenden Bürgerinnen. Kostbare Stücke in Form von diamantbesetzten Herzen und Schleifen finden wir insbesondere in britischen Schmuckkatalogen des ausgehenden 19. Jahrhunderts (vgl. letzte Abb., aus einem Streeter-Katalog des Jahres 1898). Sie beschworen einerseits eine vergangene Zeit der Romantik und Galanterie – doch gleichfalls waren sie ganz zeitgenössisch, trugen Entwicklungen wie neu entdeckten Diamantvorkommen Rechnung und zeigten sich mit Edelsteinen aus den fernen britischen Kolonien besetzt, wie dem Opal oder dem Mondstein.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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