Naturperlen des Rokoko

Antike Brosche / Anhänger mit Naturperlen & Rubinen, um 1760

Im 18. Jahrhundert fiel es den Damen der höheren Gesellschaft bisweilen schwer, der sich rasch ändernden Mode zu folgen. Anfang 1774 waren beispielsweise kleine, tropfenförmige Ohrringe der letzte Schrei, während nur drei Monate später kurzzeitig überhaupt kein Ohrschmuck mehr getragen wurde. In den letzten Dekaden des 18. Jahrhunderts waren dann wieder vor allem lange Ohrringe gefragt, die bei den turmhohen Frisuren und gepuderten Perücken jener Zeit nicht untergehen sollten. Viel einfacher verhielt es sich mit Broschen, die zu jeder Gelegenheit in ganz verschiedenen Größen auf den prunkvollen Kleidern getragen wurden. Mitte des 18. Jahrhunderts waren Naturformen gern gesehen, die von begabten Goldschmieden in edle Materialien umgesetzt wurden. Die hier vorliegende Brosche stammt aus eben dieser bewegten Epoche. Sie zeigt die Grundform eines stehenden Dreiecks mit floralen Ranken und damit ein überaus populäres Motiv des 18. Jahrhunderts. Die filigranen Stege, aus denen sich der Entwurf entwickelt, sind reich besetzt. Vor allem acht natürliche Blisterperlen (vgl. „Erfahren Sie mehr“), ohne Menschenhand als Zufallsprodukt von einer Muschel hergestellt, nehmen das Auge gefangen. Die Perlen zeigen alle einen traumhaften Lüster in ganz individuelle Farbschattierungen, von gebrochenem Weiß über Silbergrau bis hin zu einem zarten Rosé. Die Meeresschätze schimmern wunderbar sanft und entführen uns in die Zeit ihrer Entdeckung. Feurig rote Rubine begleiten die Perlen und geben dem Schmuckstück ein reiches Aussehen. Durch rückseitige Ösen kann eine Seidenkordel oder eine Kette gezogen werden und die Arbeit so als Anhänger getragen werden. Zur Datierung des Schmuckstücks in die Mitte des 18. Jahrhunderts vgl. die bei Hanns-Ulrich Haedeke: Schmuck aus drei Jahrtausenden. Sammlung Hanns-Ulrich Haedeke, Köln 2000, S 262 und S. 299 abgebildeten Broschen in bez. auf Entwurf und Verarbeitung.

Bevor der japanische Unternehmer Mikimoto die Perlenzucht erfand und damit in den 1920er Jahren den Perlenmarkt revolutionierte, waren echte Perlen so selten und so kostbar, dass sie Preise erreichten, die bei denen von gleichgroßen Diamantrosen lagen. So verwundert es nicht, dass besonders schöne Perlen-Schmuckstücke in den großen fürstlichen Schatzkammern zu finden sind, wie beispielsweise der Schmuck der Sächsischen Königin oder der Königin von Bayern. Die Lieferanten der Perlen waren nicht nur Meeresmuscheln und Austern sondern vor allem Muscheln aus den Flüssen und Bächen Mitteleuropas. Auch die Perlenkette in der Schatzkammer der Münchner Residenz besteht aus bayerischen Flußperlen. Für andere Schmuckstücke als Perlenketten, für die man ja vollrunde Perlen benötigt, wurden nicht nur runde Perlen verwendet, die im Muskelgewebe der Muscheln gewachsen waren sondern auch solche, die fest mit der Muschelschale verbunden waren. Solche Perlen entstehen, wenn Fressfeinde der Muschel versuchen die Muschelschale zu durchdringen um an das Muskelfleisch zu gelangen. Die wehrhafte Muschel verschließt die durchbohrte Schale mit Perlmutt, wodurch ebenfalls Perlen entstehen, die jedoch fest der Muschelschale aufsitzen. Diese so entstandenen Perlen nennt man Blisterperlen und wir finden sie regelmäßig in antiken Schmuckstücken. Immer rückseitig geschlossen gefasst, werden die kostbar schimmernden Blisterperlen aus der Muschelschale gelöst und dann in Gold oder Silber gesetzt. Ein Vorgehen das bereits die alten Ägypter kannten.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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