Von draußen vom Walde...

Antike Brosche des Realismus aus Gold & Diamanten, um 1855

Schmuck war durch die Jahrhunderte hindurch nicht nur schmückendes Beiwerk: Ebenso wie an der bildenden Kunst lassen sich an ihm gesellschaftliche Strömungen und Wandlungen ablesen. Die Strömung des Realismus etwa brachte ab Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur literarische Werke und Gemälde hervor, sondern auch Schmuckstücke. Aus dem Leben gegriffene Gegenstände sowie Motive der Tier- und Pflanzenwelt wurden in die Materialität kostbarer Edelmetalle und in die Form von Broschen, Ringen und Armreifen überführt. Eines der begehrtesten Motive war dabei überraschenderweise – der Ast! Tatsächlich eignet sich das zunächst unscheinbar wirkende Motiv hervorragend zur Schmuckgestaltung. Die natürliche Vorlage verlangt eine fein gemaserte Strukturierung des Goldes, welche zur Jahrhundertmitte ohnehin der Mode entsprach und dem Goldschmied erlaubte, seine ganze Kunstfertigkeit aufzubieten. Zum anderen lässt sich das Motiv bequem in die Form eines jeden Schmuckstückes überführen, ohne dabei unplausibel oder forciert zu wirken. Es sind Broschen und Ringe ebenso bekannt wie Armreifen oder Colliers. Die hier vorliegende Brosche ist in Form eines liegenden Astes gestaltet, aus dessen Oberseite eine zarte Blüte samt Blättern hervorsprießt. Die Handarbeit ist äußerst detailgetreu und naturalistisch ausgeführt, die individuelle Maserung von Hand in das Gold graviert und punziert. Die Blüte wird dabei von einem einzigen, von zarten Krappen gefassten Altschliff-Diamanten von hoher Brillanz gebildet. Weitere Rosenschliff-Diamanten besetzen die Blätter sowie einzelne Stellen des Astes, sodass sie den Eindruck kleiner, schimmernder Tautropfen erwecken. Das eigentlich leicht rötliche Gold schimmert durch eine zusätzliche Feinvergoldung in samtigem, mattem Goldgelb. Das schöne Schmuckstück ist sehr gut erhalten. Vergleichbare Entwürfe finden sich etwa bei Brigitte Marquardt: Schmuck. Realismus und Historismus 1850–1895, München 1998, S. 262, dort insb. Kat.-Nr. 306 und 307. Auch Henri Vever: La bijouterie française au XIXe siècle (1800–1900), 3 Bde., Paris 1906–1908, bildet zahlreiche Beispiele in den ersten zwei Bänden ab.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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