Panem et circenses

Antike Brosche mit Mikromosaik des Kolosseums, Rom um 1810

Reisende, die im 18. und 19. Jahrhundert auf der Grand Tour die Stadt Rom besuchten, brachten als Andenken besonders gerne Mikromosaike mit Ansichten der Stadt mit nach Hause. Eine schöne Mikromosaik-Brosche des frühen 19. Jahrhunderts dürfen wir Ihnen in diesem Angebot vorstellen: Das kleine, ovale Mosaik zeigt die zwischen 72 und 80 n. Chr. unter Kaiser Vespasian erbaute Arena, welche im Mittelalter in eine Stadtfestung des Adelsgeschlechts der Frangipani umgebaut wurde: Das Kolosseum. Die Ansicht von der von der Südwestseite zeigt den teilweise ruinösen Zustand der monumentalen Arena, die vielleicht gerade deshalb so ungemein beeindruckt. Sehr schön ist es dem ausführenden Künstler gelungen, die Atmosphäre und Lichtverhältnisse in winzigen Glastesserae einzufangen. Mit staunenswerter Raffinesse und Detailkenntnis führt die Brosche so das Gebäude vor Augen, das Inbegriff römischer Macht und Größe geworden ist, aber auch die unausweichliche Vergänglichkeit aller irdischer Pracht anmahnt. Das römische Mosaik ist in Lapislazuli eingelassen und wurde wenige Jahre nach seiner Entstehung in Gold gefasst. Ein gezwirbeltes Goldband schließt die Brosche in den Randbereichen ab. Ein wunderbares, frühes Mosaik aus Rom - vermutlich ein Andenken an eine Grand Tour der späten Goethezeit.

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L'arte del micromosaico fra '700 e '800, Mailand 2001.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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