Die Sprache der Blumen

Antike Brosche mit Pietra Dura-Mikromosaik in Goldfiligran, um 1885

Die Blume als Zierlelement des Schmucks begegnet uns in allen Jahrhunderten, doch nirgends so oft wie im 19. Jahrhundert, als man sentimentalen Schmuck liebte. Denn nicht zuletzt kam dem Blumenschmuck auch symbolische Bedeutung zu: Hielten sich Schenkender und Empfängerin an dasselbe Lexikon der Blumensprache und dieselben Regeln, so konnten gerade Bouquets romantisch gedeutet werden. Die weiße Rose wurde dabei meist als Sinnbild der Unschuld verstanden und galt als angemessenes Geschenk insbesondere für junge Frauen und Mädchen. Eindeutiger ist das Vergissmeinnicht zu deuten, denn seine Bedeutung war in der deutsch- und englischsprachigen Welt stets dieselbe, sprechende. Der deutsche Etymologe Friedrich Kluge schreibt, der Name habe sich im Volksmund daher entwickelt, dass die Farbe an die Augen frisch Verliebter erinnere; so wurde es im Althochdeutschen auch „Fridiles auga“, also Auge der oder des Geliebten, genannt. Durch Heinrich IV wurde die Lehnübersetzung „Forget-me-not“ auch in England eingeführt, wo sie sich bis heute hält. Diese beiden Blumen werden hier im Medium des Mikromosaiks dargestellt, genauer gesagt in der florentinischen Spezialität des Pietra Dura. Besonders im 19. Jahrhundert brachten viele Reisende diese kleinen Kunstwerke aus Florenz mit in ihre Heimat, um sie dort als Schmuckstück fassen zu lassen. Ausweis über das Alter eines solchen Mikromosaiks gibt daher meistens die Fassung: Hier zeigt sie sich im typischen Stil der 1880er Jahre, filigran und kleinteilig, gebildet aus feinen Drähten und Goldkügelchen. Wir konnten die schöne Brosche in London erwerben. Sie hat sich sehr gut erhalten und gefiel uns aufgrund der feinen Qualität des Mikromosaiks als auch der Fassung.

Pietra Dura (it. „harter Stein”) ist eine traditionelle Handwerkskunst aus Florenz, in der Bilder und Ornamente aus Plättchen harter Steinsorten zusammengesetzt werden. Anders als im Falle der klassischen Mosaikkunst aus bunten Würfeln oder Stiften verwendet das Pietra Dura-Verfahren genau angepasste Formstücke, die nach den entsprechenden Feldern der Vorzeichnung geschliffen werden. So entstehen besonders widerstandsfähige, dauerhafte dekorative Oberflächen. Die Blüte des Pietra Dura-Handwerks in Florenz entfiel auf das 16. Jh., als nicht nur die berühmte Medici-Kapelle in San Lorenzo ausgestattet wurde, sondern auch zahlreiche Tische, Schmuckstücke, Altäre und eigentlich jeder nur denkbare Gegenstand mit dieser aufwendigen und kostspieligen Technik verziert wurde. Doch noch heute findet sich in der Via degli Alfani 78 mit dem Opificio delle Pietre Dure eine Werkstatt, welche allein auf die Herstellung von Kunstwerken in dieser Technik spezialisiert ist. Schmuckstücke aus Pietra Dura sind seit der Renaissance ein beliebtes Souvenir von jedem Florenzbesuch. Besonders im 19. Jahrhundert, im Zeitalter der Grand Tour, brachten daher die jungen Adligen aus Nordeuropa entsprechende Stücke von ihrer ausgedehnten Italienreise mit in ihre Heimat, um den Daheimgebliebenen die Schönheit und Kunstfertigkeit Italiens nahe zu bringen.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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