Sternenzauber

Antike Demi-Parure mit Diamanten in Gold & Silber, um 1870

Flirrende Lichtpunkte, wie Sterne am Nachthimmel, betören das Auge. Sie bilden konzentrische Kreise, leuchten und schimmern und scheinen sich zu bewegen. Scheinen? Bei jeder Bewegung ihrer Trägerin bewegen sich auch die drei Schmuckstücke, welche diese Lichtreflexe aussenden, tatsächlich. Und da Brosche und Ohrringe aus mehreren miteinander verbundenen Teilen bestehen, die selbst noch weiter pendeln, schwingen und sanft schaukeln, vervielfacht sich der Effekt und die Freude am schönen Schein. Das hier vorliegende Schmuck-Set, eine sog. Demi-Parure, besteht aus einer Brosche und zwei dazu passenden, zeitgleich entstandenen Ohrringen in ihrer gemeinsamen antiken Box. Die Stücke fassen Diamanten von zusammen rund 1,85 Karat in den unterschiedlichsten historischen Schliffen in Silber. Diese Art der Verarbeitung, die Schlifformen und auch der Entwurf der Stücke zeigen, dass die Demi-Parure in den Jahren um 1870 entstanden ist. Für einen kurzen Moment, eine einzelne Mode nur, waren in dieser Zeit nämlich Schmuckstücke mit Fransen modern. Es war die Blütezeit des Historismus mit seinem großen Stilpluralismus. Doch egal in welchem Stil ein Schmuckstück entstand, ganz gleich, ob es im Archäologischen Stil ausgeführt wurde, im Rokoko oder in den Formen der Renaissance: Fransen musste es haben! Dieser Forderung kommen auch die hier vorliegenden Ohrringe und die Brosche durch die jeweils drei angehängten Pendel nach. Da auch diese mit Diamanten besetzt sind, bereichert sich der Eindruck auf eine wunderbare Weise. Wir haben das Set aus einer Familiensammlung im Salzburger Land erwerben können. Es ist sehr gut erhalten und wird in der abgebildeten antiken Samtbox geliefert. Vgl. zum Fransenstil u.a. die Abbildungen bei Brigitte Marquardt: Schmuck. Realismus und Historismus. 1850-1895. Deutschland, Österreich, Schweiz, München 1998, S. 176f., und die Beispiele bei David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 152, S. 156, S. 168, S. 181 usw.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen