Versammlung der Olympier

Antike Demi-Parure mit Lavagemmen in Gold, Umkreis Fortunato Pio Castellani, um 1850

Seit der Renaissance, der Epoche der Wiederentdeckung der Kunst und Kultur der Antike nach dem Mittelalter, hatte die Gestalter und Goldschmiede die Frage bewegt, wie wohl der Schmuck der Menschen der Antike ausgesehen habe. Die zahlreichen Ausgrabungen waren in dieser Frage ergebnislos geblieben, alle Entwürfe waren lediglich Annäherungen an ein Ideal, das man sich aus anderen Zusammenhängen wie der Skulptur oder Freskenmalerei erschließen musste. Mit der Entdeckung echten etruskischen Schmucks ab den 1820er Jahren in Italien änderte sich dies schlagartig. Prinzessin Alexandrine von Canino etwa war dafür bekannt, die auf ihrem Landsitz bei Rom gefundenen, originalen etruskischen Schmuckstücke zum Neid ihrer Freundinnen zu tragen. Doch die Zahl der Stücke, die ja alle Zufallsfunde waren, bleib gering und originalen, Jahrtausende alten etruskischen Schmuck konnte weiterhin nur ein Bruchteil der Damen besitzen. Daher begannen die Goldschmiede jener Jahre schon bald, Schmuckstücke nach den nun endlich bekannten antiken Formen herzustellen. In Rom wurde in diesem Zusammenhang die Firma Castellani besonders berühmt: Fortunato Pio Castellani und seine Söhne erforschten die Etrusker und boten bald erstklassigen Schmuck für die gekrönten Häupter des Kontinents an, der die Formensprache dieser frühen Bewohner der italischen Halbinsel aufnahm. Doch auch in Deutschland wurden ihre Arbeiten, die man schnell unter dem Begriff des „archäologischen Stils“ bekannt machte, mit Interesse aufgenommen und mit den Formen der eigenen Geschichte verschmolzen. Die hier vorliegende Demi-Parure aus Collier und Brosche stammt aus diesem Umfeld, denn ihr außergewöhnlicher Entwurf scheint aus der Werkstatt der Castellani zu stammen. Beide Schmuckstücke kombinieren aus einem schwarzen Stein, der sog. Vesuv-Lava, geschnitzte Gemmen mit hochkarätigem Gold. Das Collier setzt dabei an ein geflochtenes Bad aus Golddraht elf Bildnisse antiker Gottheiten, im Wechsel mit pendelnden Amphoren. Zwei flache, geschnitzte weitere Reliefs bilden den eleganten Verschluss. Die Brosche ist entsprechend aufgebaut: Ein Widderkopf aus Lava krönt den Entwurf, der ebenfalls Amphoren aus Gold mit einem flacheren Relief vereint, auf dem nun eine Schildkröte zu sehen ist. Die Schildkröte der Brosche verweist auf das antike Motto „Festina lente“, „Eile mit Weile“, das schon von den Kaisern Augustus und Titus überliefert ist. Diesem Verweis auf die Ratio entgegengestellt ist der Widder darüber. Er entführt in die eher sinnenfreudige Seite der Welt der Antike. Denn die Welt der Götter, die das Collier vor unseren Augen darbietet, war ja so wie die Welt der Menschen von Ränken und Rankünen ebenso geprägt wie von Freude, Feier und Wein. Im Rund der Götter erblicken wir Herkules mit seiner Keule, Juno, die Göttin der Ehe mit ihrem Diadem, Apoll mit dem geknoteten Haar über der Stirn, Bacchus, den Gott des Weines und Flora mit Blüten im Haar. Es ist eine illustre Runde, als deren Teil sich die Trägerin dieses außergewöhnlichen Sets zu Recht fühlen darf. Collier und Brosche sind nicht signiert. Gleichwohl befindet sich ein ganz ähnliches Collier mit Brosche im Besitz des Museo Poldi Pezzoli in Mailand, Inv. Nr. 798-800. Es stammt aus dem Nachlass der Mutter des Conte Pezzoli und wurde von dieser während ihrer langen Witwenzeit zwischen 1833 und 1859 erworben und getragen. Das Collier wird im Katalog des Museo Fortunato Pio Castellani zugeschrieben, eine Zuschreibung, der wir hier folgen. vgl. Maria Teresa Balboni Brizza/Annalisa Zanni: Gioielli. Museo Poldi Pezzoli Milano. Le Guide del Museo, Turin 1996, S. 106f., Kat. Nr. 28. Die entsprechenden Seiten bilden wir anbei ab. Auffassung der Gemmen mit ihren Draperien, der Gesamtentwurf bis hin in die Details wie der Aufhängung der Gemmen entsprechen sich. Tatsächlich sind in der Werkstatt der Castellani zahlreiche Schmuckstücke mit Gemmen und Kameen entstanden, sowohl unter Verwendung antiker Stücke, als auch mit neuen, im 19. Jahrhundert angefertigten Steinschnitten. Dabei dominieren die in Achat und andere Farbsteine geschnittenen Arbeiten, doch finden sich im Oeuvre der Castellani auch Schmuckstücke mit Gemmen in Koralle, Muschel und Lava. Augusto Castellani, der Sohn Fortunato Pios, beschreibt in seinem Buch Delle gemme. Notizie raccolte, Florenz 1870, S. 138, die sog. Lava des Vesuvs neben anderen Materialien als bekannten Ausgangsstoff für Cameo-Arbeiten in der Umgebung von Neapel. Collier und Brosche haben wir in Großbritannien entdeckt, zu dem die Castellani schon früh intensive Geschäftskontakte pflegten, ein Mitarbeiter der Werkstatt, Carlo Giuliano, baute dort eine Filiale des Juweliershauses auf und wurde ebenso besonders für seinen Schmuck mit Gemmen berühmt. Beide Schmuckstücke sind erstklassig erhalten. Zum Schmuck mit Gemmen der Castellani vgl. auch ausführlich Lucia Pirzio Biroli Stefanelli: Jewels with Cameos and Intaglios. The Castellani and Roman Gem Carvers, in: Susan Weber Soros/Stefani Walker (Hg.): Castallani and Italian Archaeological Jewelry, New Haven/London 2004, S. 102–127.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Formen wirklich antiken Schmucks noch unbekannt. Weder in der Renaissance, noch im Klassizismus hatten Ausgrabungen echten Schmuck der Alten hervorgebracht. Die Entwürfe dieser Epochen waren lediglich Annäherungen an ein Ideal, das man sich aus anderen Zusammenhängen wie der Architektur erschließen musste. Mit der Entdeckung echten etruskischen Schmucks ab den 1820er Jahren in Italien änderte sich dies schlagartig. Prinzessin Alexandrine von Canino etwa war dafür bekannt, gern einige auf ihrem Landsitz bei Rom gefundene original etruskische Schmuckstücke zum Neid ihrer Freundinnen zu tragen. Doch die Zahl der Stücke, die ja alle Zufallsfunde waren, bleib gering und originalen, Jahrtausende alten etruskischen Schmuck konnte weiterhin nur ein Bruchteil der Damen besitzen. Daher begannen die Goldschmiede jener Jahre schon bald, Schmuckstücke nach nun endlich bekannten antiken Formen herzustellen. In Rom wurde in diesem Zusammenhang die Firma Castellani besonders berühmt: Fortunato Pio Castellani und seine Söhne erforschten die Etrusker und boten bald erstklassigen Schmuck für die gekrönten Häupter des Kontinents an, der die Formensprache dieser frühen Bewohner der italischen Halbinsel aufnahm. Doch auch in Deutschland wurden ihre Arbeiten, die man schnell unter dem Begriff des „archäologischen Stils“ bekannt machte, mit Interesse aufgenommen und mit den Formen der eigenen Geschichte verschmolzen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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