Die Zeit der schönen Kleinigkeiten

Antike Diamant-Ohrringe des Rokoko, Niederlande um 1780


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Antike Diamant-Ohrringe des Rokoko, Niederlande um 1780
Antike Diamant-Ohrringe des Rokoko, Niederlande um 1780
Beschreibung
Die hier vorliegenden, eleganten Ohrhänger entführen uns in eine Epoche, die Schönheit und Vergnügen über alles setzte: Das Rokoko. Die Arbeiten in dreiteiliger Form präsentieren unter einer runden Blüte einen funkelnden Rahmen, in den ein Pendel eingesetzt ist. Alle Teile sind mit Ösen verbunden, sodass das Arrangement beim Tragen in leichte Bewegung gerät und so besonders reizvoll wirkt. Die Ohrringe sind wohl in den Niederlanden in den Jahren um 1780 entstanden. Der recht einfache Schliff der als Glanzpunkte eingesetzten Diamanten und ihre Verarbeitung in geschlossenen Fassungen legen dies neben dem typischen Entwurf nahe. Die Ohrringe sind in einer Materialkombination aus Silber und Gold hergestellt. Dabei sind die beiden Edelmetalle so verbunden, dass die sichtbaren Teile aus Silber hergestellt sind, während alle Teile, die mit der Haut oder der Kleidung in Berührung kommen und abfärben könnten, aus Gold gefertigt wurden. In einer Zeit, in der Weißgold und Platin noch nicht zur Verfügung standen, war dies das übliche Vorgehen. Das dunkle Anlaufen des Silbers war dabei gleich mitgedacht, denn so wirken die Diamanten hell, auch wenn ihre Farbe leicht getönt ist. Schwarze Emailauflagen in der Mitte der oberen Blüte und am unteren Pendel nehmen diese Farbigkeit auf und geben den Ohrringen eine romantische Note. Das Paar ist präsent und nicht zu klein. Bei weichem Kerzenlicht funkelte es vor rund 240 Jahren zum ersten Mal an den Ohren einer schönen Dame – wir hoffen, dass sich dieser Glücksmoment bald schon wiederholen wird.
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In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.
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Unser Versprechen
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