Mediterrane Landlust

Antike Mikromosaik-Ohrringe gefasst in Gold, Rom um 1820

Das vorliegende Paar Ohrringe entführt uns in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Reisen in entfernte Länder waren damals noch ein Privileg, das nur Wenigen sich leisten konnten. Das klassisches Reiseziel war vor allem Italien, das im Zuge der sogenannten Grand Tour von den Pässen der Alpen bis in den tiefen Süden bereist wurde. Höhepunkt dieser Bildungs-Tour war stets ein Besuch der Stadt Rom. Deren zahlreiche Sehenswürdigkeiten, in feine Mikromosaike gesetzt, waren beliebte Mitbringsel in die Heimat. Zum Aufenthalt in der Stadt gehörten jedoch auch obligatorische Ausflüge in das Umland der Ewigen Stadt, die berühmte Campagna Romana, von deren Schönheit schon Goethe schwärmte. Die Landschaft zwischen Apennin und Mittelmeer war reich an Kunstdenkmälern und Naturschönheiten – jedoch auch bekannt für ihre kleinen, malerischen Ortschaften, deren Bewohner ein einfaches aber scheinbar glückliches Leben führten, um das sie die Reisenden aus dem Norden beneideten. Ein solches Bauernpaar schmückt unsere Ohrringe: In der typischen Tracht der Campagna sehen wir eine Bauersfrau, die einen Korb in der Hand hält sowie einen Hirten, der die Schalmei spielt. Darstellungen wie diese sind in Mikromosaik selten: Genreszenen entstanden in Rom in diesem Medium allein in den Jahren um 1800 und noch eine Weile in den ersten Dekaden des 19. Jahrhunderts. Später wurden dann ausschließlich die klassischen Motive hergestellt, wie die Ruinen Roms, die Kirchen der Ewigen Stadt und gelegentlich auch Tierdarstellungen. Die feinen Mikromosaike sind in Flächen aus tief schwarzem Glas gesetzt. Schlichte Kordelfassung aus hochkarätigem Gold fassen die Darstellungen. Ein seltenes und ausgesprochen gut erhaltenes Paar Ohrringe – nicht nur für Sammler eine wunderbare Gelegenheit!

Um das Jahr 1775 erfanden Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti in Rom eine neue Technik der Glasverarbeitung zu winzig kleinen Mosaiken, die unter dem Begriff der „mosaici filati“ (gesponnene Mosaike) bekannt wurden. In dieser Technik konnten nun auch Schmuckstücke und kleine Alltagsgegenstände Schnupftabakdosen, Kästchen, Briefbeschwerer mit Mosaiken verziert werden, die zuvor die Wände und Böden italienischer Kirchen schmückten. Die berühmtesten Mosaikmanufakturen des 18. und 19. Jahrhunderts befanden sich denn auch in Rom, speziell im Vatikan, und ihre schönsten und begehrtesten Arbeiten zeigen neben besonders Ansichten der Stadt Rom und ihrer berühmten Bauten, die von Reisenden gekauft wurden, welche die „Ewige Stadt“ besuchten und ein Souvenir mitnehmen wollten. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici muniti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L'arte del micromosaico fra '700 e '800, Mailand 2001.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen