Gewinnen und Verlieren

Antike Mikromosaike aus Rom in goldenen Ohrhängern, um 1880/2020

Zwei besondere Orte Roms präsentiert das Paar hier vorliegender Ohrringe. Wir sehen einen Tempel und das Kolosseum, einen Ort der Götter und einen Ort der blutigen Spiele. Was verbindet beide? Der 120 vor Chr. errichtete Rundtempel auf dem Forum Boarium, dem alten Rindermarkt Roms an den Ufern des Tiber ist der Weiheort des Herkules Victor, des siegreichen Herkules. Und um Sieg oder Tod kämpften auch die Gladiatoren in der größten Arena der Antike. Die beiden aus feinen Glastesserae gefügten Mosaiken zeigen die Bauwerke in einem warmen, frühlingshaften Licht. Sanft lässt die Sonne den wolkenlosen Himmel leuchten und Vegetation bedeckt den Boden ringsum die antiken Bauwerke, ganz so, wie sie noch vor 100 Jahren sich dem Besucher der Ewigen Stadt präsentierten. Die Mosaiken sind in schwarzes Glas gefasst, dass sie noch einmal extra leuchten lässt, und perfekt erhalten. Unsere Goldschmiede haben die Mosaike, die ohne Fassungen zu uns gelangt sind, in gelbgoldene Rahmen gesetzt und zu Ohrringen gemacht. Dazu haben sie zwei Hemdknöpfe des späten 19. Jahrhunderts als Oberteile verwendet. Diese zierten ursprünglich Hemdbrust oder Manschetten eines galanten Herrn, welcher den modernen Kunstströmungen zugetan war. Nun sind sie mit Ohrsteckern versehen sicher am Ohr zu tragen. Ein Paar das Alt und Neu, Gewinnen und Verlieren verbindet.

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L’arte del micromosaico fra ’700 e ’800, Mailand 2001.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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