Nektar und Ambrosia

Antike Muschel-Kamee mit Darstellung der Hebe, Italien/Niederlande um 1890

Die vorliegende Brosche, dank einer Öse auch als Anhänger zu tragen, stammt aus den 1890er Jahren, einer Zeit, in der Gemmenschmuck besonders beliebt gewesen ist. Das hochovale Stück in einem Rahmen aus durchbrochenem Gold zeigt auf der Vorderseite eine fein geschnittene Gemme aus zweifarbiger Muschelschale. Dargestellt ist eine Szene der klassischen Mythologie: Wir sehen die jugendlichen Hebe in ruhigem Miteinander mit dem Göttervater Zeus in Gestalt eines Adlers. In kunstvollem Schnitt hat der Gemmenschneider Hebe als Göttin der Jugend bei ihrer wichtigsten Aufgabe im Götterhimmel festgehalten: Sie ist Mundschenkin der olympischen Götter und für die Zubereitung der Speisen verantwortlich. Hier serviert sie ihrem Vater Zeus eine Schale der Götterspeise Ambrosia und eine Karaffe mit Nektar. Hebe sist mit einem Peblos bekleidet und Zeus als mächtiger Adler hat sich auf einem Altar vor ihr niedergelassen um die dargebotenen Speise zu sich zunehmen. Bei Homer kommen Nektar und Ambrosia in der Ilias und in der Odyssee als unsterblich machende Speise der Götter regelmäßig vor. Im Verlauf der mythologischen Überlieferung soll Hebe nach ihrer Hochzeit mit Herakles vom trojanischen Prinzen Ganymed in dieser Aufgabe abgelöst worden sein, er daraufhin Mundschenk der Götter wurde. Die 14-karätige Fassung ist in den Niederlanden entstanden, während die Muschelschnitzerei sicher ein Souvenir von einer Italienreise war. Ein wundervolles Schmuckstück und eine Reminiszenz an die klassische Antike in einem!

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte der Anspruch beinahe aller großen kunstgewerblichen Sammlungen und Wunderkammern, vom Grünen Gewölbe in Dresden angefangen über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu großen privaten Sammlungen wie die des Baron von Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, die die antike Bildsprache der antiken Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen konnten, waren sie doch auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. Oft waren Figuren des olympischen Götterhimmels oder mythologische Szenen das Thema der Darstellungen. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Gecschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige groß angelegte Ausbildungsstätte für Gemmenschneider in Italien, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt verloren hat.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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