Farbenfroher Falter

Antike Schmetterlings-Brosche mit Rubinen, Saphiren & Diamanten, um 1890

Schmuckstücke in Form kostbar gestalteter Insekten waren eine große Mode der letzten zwei Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Zuerst waren es Nadeln in Fliegenform, die sich auf den Krawatten der Herren ebenso fanden wie an den Schals der Damen. Dann trug man Spinnen und Bienen, aber ganz besonders bot sich der Schmetterling zur kunstvollen Ausgestaltung mit Edelsteinen an. Wir bilden als letzte Abb. die Opernsängerin Emma Eames in ihrer Rolle als Colombe ab (um 1890), die einen solchen Schmetterling neben einer ebenfalls zeittypischen Halbmondbrosche trägt. Der hier vorliegende, bunte Falter, den wir in London erwerben konnten, zeigt glänzend ausgestaltete Flügel mit à jour gefassten Diamantrosen, gegen die sich leuchtend pink-rote Rubine und blaue Saphire abheben. Der Leib ist aus schimmernden Naturperlen gestaltet, während zwei Demantoide – eine grasgrüne Varietät des Granats – die Augen des Falters bilden. Vermutlich entstand der Falter in Großbritannien. Das britische Empire hatte durch seine weltumspannenden Kolonien Zugriff auf die wichtigsten Edelsteinvorkommen der Welt, die kostbare Edelsteine aller Farben förderten. Bei uns wartet der Schmetterling nun auf eine hübsche Schulter, auf der er sich niederlassen kann.

Im späten 19. Jahrhundert entstand eine neue, nie zuvor gesehene Art von Schmuckstücken: Sogenannte „Novelty Jewellery“ sorgte durch neue, überraschende und bis dato undenkbare Formen und Materialzusammenstellungen für Furore: So ließen sich mit einem Mal Vögelchen auf Schaukeln nieder und wurden zu Ohrgehängen. Viele Gegenstände des täglichen Lebens fanden ihren Weg an das Revers der Damen und Herren, wie Tennis- und Golfsschläger sowie Briefmarken, doch auch die technische Welt fand in dieser Mode ihren Niederschlag. Maschinen, Automobile en miniature und auch das neuartige Telefon bildeten überraschende Blickpunkte. Sinn und Zweck dieser Stücke war es, in Gesellschaft für Anknüpfungspunkte zum Gespräch zu sorgen. Bei Geburtstagsfeiern konnte eine Brosche mit dem Geburtsjahr der oder des Gefeierten eine sympathische Geste sein, bei gemeinsamen Ausflügen zur Jagd eine Fuchsbrosche dem Rahmen entsprechend die Garderobe ergänzen. Sogar durch Batterien aus den Augen leuchtende Totenschädel wurden angeboten, um bei einer Dinnerparty einen makabren, aber doch heiteren Akzent zu setzen. Dabei handelte es sich bei den Schmuckstücken nicht ausschließlich um Modeschmuck. Viele Stücke waren natürlich für den einmaligen Gebrauch konzipiert und aus preiswerten Materialien hergestellt. Die immer weiter fortgeschrittene Industrialisierung auch im Schmuckbereich erlaubte mit einem mal die massenweise Herstellung von vergoldeten und auch nur goldfarbenen Broschen und Anhängern. Doch auch namhafte Goldschmiede schufen kleine Novelty-Stücke aus kostbaren Metallen, besetzt mit edlen Steinen, denn die Mode des Kuriosen, Überraschenden und Heiteren lebte in allen Schichten der Gesellschaft: Tatsächlich nahm die königliche Familie in Großbritannien hier sogar eine Vorreiterrolle ein - und setzte mit ihrem Juwelengebrauch den Maßstab, an dem sich ihre Untertanen dann messen lassen wollten. Mehr zu diesem spannenden Thema erfahren Sie bei Charlotte Gere / Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London 2010, S. 190–247.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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