Sternenstaub

Antike Weißgold-Brosche mit großen Altschliff Brillanten, Art Déco um 1930

Weißjuwelen, also Schmuckstücke in weißer Farbigkeit, feiern das Licht. Die Neuerung der elektrischen Glühlampe ließ am Ende des 19. Jahrhunderts die Nacht zum Tage werden. Folglich konnte nun auch der Schmuck am Abend strahlen wie noch nie zuvor. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten. Als dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts erst Platin und schließlich auch Weißgold ihren Einzug in die Schaufenster der Juweliere hielten, war dieser weiße Glanz vollkommen und die Nacht zum Tage gemacht. Ein besonders schönes, typisches Beispiel für einen Schmuck des Art Déco in genau dieser Mode liegt hier mit dieser Stabbrosche ist aus Weißgold vor: Denn das Schmuckstück der Jahre um 1930 leuchtet und glüht in einem geradezu überirdischen Licht. Der Entwurf der Brosche kombiniert hochkarätiges Weißgold mit mehr als einem Karat weißen Diamanten. Grundidee des Goldschmiedes war es offenbar, die Linie als einfachste Form durch eine zunehmende Bereicherung zur Mitte hin zu einer ausdrucksstarken Form zu bringen. Dabei werden von einem umlaufenden Rahmen drei große Diamanten umfasst. Schmalere Streifen, reich besetzt mit weiteren Diamanten, trennen die großen Steine voneinander. Der Entwurf wirkt, als sei er mit textilen Bändern umspannt. Die Brosche, welche in Deutschland in den Jahren um 1930 entstanden ist, hat die zurückliegenden Zeitläufte erstklassig erhalten überstanden. Wir freuen uns, ihr beglückendes Lichterspiel hier vorstellen zu dürfen.

Die Form des Brillanten hat sich über viele Jahrhunderte entwickelt. Lange war es technisch nicht möglich, den Rohkristall mehr als nur rudimentär zu verändern, da der Diamant ja so außergewöhnlich hart ist. Im 17. und 18. Jahrhundert gelang es dann, dem Kristall mehr und mehr Facetten abzutrotzen und im Laufe des 19. Jahrhunderts näherten sich die Schliffe immer mehr der Form an, die wir heute als Brillant kennen. Erst im Jahr 1919 aber hat Marcel Tolkowsky die Idealform des Brillanten auf optisch-physikalischer Grundlage errechnet; die genaue Form, welche in Deutschland heute der Standard ist, der sog. Feinschliff der Praxis, ist sogar erst 1938 festgelegt worden. Wirkich durchgesetzt hat sich die Form des modernen Brillanten dann nach dem Krieg. Der Brillant ist somit also eine eigentlich erst recht neue Erfindung - und das bedeutet auch, dass bei einem Diamanten, der im 19. Jahrhundert oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschliffen wurde, einem sog. „Altschliff“, die Proportionen des Steins nicht dem Standard des heutigen Brillanten folgen. Altschliffe wurden in der damaligen Zeit immer individuell geschliffen: Man wollte den optimalen Weg finden zwischen dem besten Glanz einerseits und dem wenigsten Materialverlust beim Schleifen andererseits. Wir finden, dass gerade diese Individualität die alten Diamanten so besonders interessant macht. Man kann sie weniger gut vergleichen; auch lässt sich der Wert nicht einfach mittels einer Tabelle bestimmen: Denn man muss jeden Stein einzeln ansehen, um wirklich sagen zu können, ob er das Feuer und den Glanz hat, den man von einem Diamanten erwartet.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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