Fluss der Ideen

Antiker Anhänger mit Rubin, Diamanten & Perlen, Belle Époque um 1895

Die Kunst-, aber auch die Schmuckgeschichte ist kein „Gänsemarsch der Stile”, wie man so schön sagt: Auch ganz neu erscheinende Ideen fußen meist auf vorangegangenen Entwicklungen. So lassen sich die stilistischen Entwicklungen als stetiger Fluss begreifen, als kontinuierliche Entwicklung, die Rückblicke mit aktuellen Ideen verschmilzt. Das vorliegende Schmuckstück bringt dies auf besonders schöne Weise zum Ausdruck. Zu Beginn der Belle Époque, in den Jahren um 1890, favorisierte man Entwürfe, welche heute aufgrund ihrer asymmetrischen Schwünge, ihrer floralen und Schleifen-Motive als Neo-Rokoko bezeichnet werden (vgl. Sie etwa die letzte Abb., welche einen Beitrag des Modemagazins Der Bazar aus dem Jahre 1890 zeigt). Doch auch der Jugendstil, der in diesen Jahren entstand, bediente sich zunächst ähnlicher Stilmerkmale. Hier verschmelzen beide Entwicklungen in einem Entwurf, der einige Elemente des Neo-Rokoko mit der des Jugendstil eigenen Experimentierfreudigkeit und Wagnis verbindet. Ganz asymmetrisch ist der Anhänger angelegt, asymmetrischer und damit gewagter als die Broschen und Anhänger des Neo-Rokoko, und doch weist er eine Anhängerschlaufe in Form einer Fleur-de-Lys und zu beiden Seiten stilisierte C-Schwünge auf. Zu einer Seite scheint dann eine wilde Ranke sich den Weg zu bahnen, deren freie Gestaltung die Naturinspiration des Jugendstil ankündigt. Zu ihrer rechten Seite, nicht ganz im Zentrum des Entwurfs, leuchtet ein großer Rubin wie eine köstliche Frucht. Zwei kleine Perlchen wachsen wie Blüten aus den diamantbesetzten Silberschwüngen hervor. Seiner Entstehungszeit entsprechend ist die mit Diamanten besetzte Oberfläche des Anhängers in Silber gearbeitet, um das kühle Leuchten der Edelsteine hervorzubringen. Die Fassung des Rubins und auch die Rückseite bestehen jedoch aus Gelbgold, sodass das Stück nicht auf Haut oder Kleidung abfärben kann. Wie die Rückseite verrät, war der Anhänger einst durch eine zusätzliche, heute verlorene Nadel auch als Brosche zu montieren: Doch auch die abnehmbare Anhängerschlaufe gehörte ursprünglich zu dem Stück. Wir haben sie durch eine gelbgoldene Kette ersetzt, welche die Farbe der Rubinfassung aufgreift. Das Schmuckstück ist sehr gut erhalten und ein besonders schöner und aufschlussreicher Einblick in die reiche Ideenwelt des späten 19. Jahrhunderts.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen!

Noch keine Artikel angesehen