Bohemian Rhapsody

Antiker Armreif mit böhmischen Granaten, 1890er Jahre

Der Granat kommt in erstaunlich vielen Farb-Varietäten vor. Die Spannbreite seiner Farben reicht vom rotvioletten Almandin-Granat, der in der viktorianischen Zeit gern als Cabochon getragen wurde, bis hin zum strahlenden Grün der im Ural gefundenen Demantoid-Granate. Zu einer besonders schönen Variante dieses Edelsteins zählt der Pyrop-Granat aus den legendären Fundstellen Böhmens, der ein tiefes, glühendes Rot aufweist. Pyrop-Granate wurden in der Regel nicht als große Steine einzeln gefasst, sondern zu mehreren genutzt, um die gesamte Oberfläche eines Schmuckstücks auszufassen. Diese Vorgehensweise begegnet uns zunächst zur Mitte des 19. Jahrhunderts, doch war sie auch später noch sehr beliebt. Die Formen der so gestalteten Schmuckstücke passten sich dabei subtil an die jeweilige Mode an. Der vorliegende Reif etwa weist die asymmetrisch geschwungene Formensprache der 1890er Jahre auf. Kleine Blütenköpfe sowie ein Kleeblatt oder Treff – es gab um 1890 eine wahre „Treff-Mode“, schenkt man den Modejournalen jener Zeit Glaube – schmücken die Front, während sich der Reif hinten zu einem zarten Band verschmälert. Die Steine sind von einer klaren, rotleuchtenden Qualität und sicher gefasst, sodass sich bis heute kein einziger der roten böhmischen Granate verloren hat.

Granate aus Böhmen zählen zu den Klassikern unter den Schmuckstücken. Als sog. „Karfunkelsteine“ wurden ihnen schon im Mittelalter magische Kräfte zugesprochen und sie tauchen in der Literatur dieser Zeit als „Böhmische Feuerdrachen“ auf, was ihre mystische Aufladung noch einmal untermauert. Nachdem Granate über Jahrhunderte in böhmischem Minen geschürft wurden, gerieten sie in den Jahren um 1800 völlig außer Mode. Das änderte sich schlagartig, als Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sisi) im Jahr 1854 auf ihrer Hochzeitsreise das Kronland Böhmen besuchte und einige dieser Schätze der böhmischen Bergwerke geschenkt bekam. Aus diesen Granaten ließ sich die Kaiserin eine ganze Parüre, also ein umfangreiches Schmuckset, herstellen und präsentierte sich im Glanz der Granate auf einem Hofball der Wiener Gesellschaft. Schon am nächsten Tag soll – so will es die Erzählung – ein wahrer Ansturm auf Schmuckstücke mit den Feuerdrachen ausgebrochen sein. Alle Damen Wiens wollten böhmischen Granatschmuck besitzen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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