Diamantgeschichten

Antiker Bandring mit Diamanten in Gold, Chester 1899

Wie ein kleines Kompendium der Brillantschliffe wirkt der vorliegende Ring, der ausweislich der Stempelfolge im Inneren der Ringschiene im Jahre 1899 in Chester, Großbritannien, dem örtlichen Beschauamt vorgelegt wurde. In einer funkelnden Reihe von fünf Diamanten zeigt er uns Schliffe, die über ein Jahrhundert umspannen. Bei dreien dieser Diamanten handelt es sich um solche im runden Altschliff, im englischen Sprachraum „Old European Cut“ genannt: Zur Entstehungszeit des Ringes war es diese Version des Brillantschliffs, welche edle Schmuckstücke zierte. Ihr direkter Vorgänger war der kissenförmige Altschliff bzw. „Old Mine Cut“, den man um die Mitte des 19. Jahrhunderts nutzte. Einen solchen sehen wir im Zentrum der Reihe. Wohl griff der Goldschmied hier auf einen Stein aus altem Bestand zurück oder es handelt sich um einen Diamanten in Zweitverwendung. In späterer Zeit dann, frühestens zur Mitte des 20. Jahrhunderts, wurde ein Brillant im modernen Vollschliff nachgesetzt und rundet den historischen Überblick ab. Die Diamanten sind in hochkarätiges Gelbgold plan in das Ringband gesetzt. Aufgrund der Fassungen und des gerundeten Profils trägt sich der Ring sehr angenehm und bleibt nirgends hängen. Er ist sehr gut erhalten.

Die Form des Brillanten hat sich über viele Jahrhunderte entwickelt. Lange war es technisch nicht möglich, den Rohkristall mehr als nur rudimentär zu verändern, da der Diamant ja so außergewöhnlich hart ist. Im 17. und 18. Jahrhundert gelang es dann, dem Kristall mehr und mehr Facetten abzutrotzen und im Laufe des 19. Jahrhunderts näherten sich die Schliffe immer mehr der Form an, die wir heute als Brillant kennen. Erst im Jahr 1919 aber hat Marcel Tolkowsky die Idealform des Brillanten auf optisch-physikalischer Grundlage errechnet; die genaue Form, welche in Deutschland heute der Standard ist, der sog. Feinschliff der Praxis, ist sogar erst 1938 festgelegt worden. Wirkich durchgesetzt hat sich die Form des modernen Brillanten dann nach dem Krieg. Der Brillant ist somit also eine eigentlich erst recht neue Erfindung - und das bedeutet auch, dass bei einem Diamanten, der im 19. Jahrhundert oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschliffen wurde, einem sog. „Altschliff“, die Proportionen des Steins nicht dem Standard des heutigen Brillanten folgen. Altschliffe wurden in der damaligen Zeit immer individuell geschliffen: Man wollte den optimalen Weg finden zwischen dem besten Glanz einerseits und dem wenigsten Materialverlust beim Schleifen andererseits. Wir finden, dass gerade diese Individualität die alten Diamanten so besonders interessant macht. Man kann sie weniger gut vergleichen; auch lässt sich der Wert nicht einfach mittels einer Tabelle bestimmen: Denn man muss jeden Stein einzeln ansehen, um wirklich sagen zu können, ob er das Feuer und den Glanz hat, den man von einem Diamanten erwartet.

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