Ochsenfurter Gautracht

Antiker Gehänge-Halsschmuck mit Kreuz in Silber & Gold, um 1870

Im 19. Jahrhundert gehörte Trachtenschmuck zum gehüteten Besitz ländlicher Bevölkerungsschichten, der voller Stolz getragen und von Generation zu Generation weitergereicht wurde. Die Region des Ochsenfurter Landes in Unterfranken gehört zu den reichsten Trachtenlandschaften in Deutschland und bis heute wird die Tradition in zahlreichen Vereinen lebendig gehalten. Neben aufwändiger Kleidung gehören auch zahlreiche Schmuckstücke zu der vollständigen Festagsmontur, die vom Wohlstand der fruchtbaren Region künden. Zu den charakteristischen Schmuckstücken der sogenannten Gautracht gehören aufwändig gearbeitete, mehrteilige Hals-Gehänge, die trotz verschiedenen Ausformungen gemeinsame Merkmale aufweisen. Stets entwickeln sie sich aus einen Kreuzanhänger mit kleinen Abhängungen, dem ein ovales Ornamentstück in der Art einer Brosche vorgeschaltet ist. Überkreuzende Silberketten begleiten das aus geprägtem Goldblech gefertigte Mittelteil. Kleine Abhängungen, die sogenannten Glocken, bereichern den Entwurf zusätzlich. Kostbare Stücke wie dieses waren stets ein Geschenk des Bräutigams an seine Braut und kosteten im ausgehenden 19. Jahrhundert gern 60 bis 100 Goldmark. Ein solcher Gehänge-Halsschmuck der Ochsenfurter Gautracht kommt an dieser Stelle zur Vorstellung. Das Mittelstück aus geprägtem Goldblech zeigt einen reichen Besatz aus böhmischen Granaten und zwei Perlen. Die barocke Formensprache zeigt sich noch ganz in der Tradition biedermeierlicher Schaumgoldarbeiten. Vollständige Hals-Gehänge sind heute selten geworden, wurden sie in der Vergangenheit doch häufig aufgelöst und zu Broschen, Ohrringen und Anhängern umgearbeitet. Um so schöner ist, das unser Exemplar aus den 1870er Jahren die Zeitläufe intakt überstanden hat. Vergleichbare Stücke finden sich in Gislind Ritz: Alter bäuerlicher Schmuck, München 1978, auf S. 103 ff.

Nach der Abschaffung der rigorosen Kleiderordnungen, die seit dem Mittelalter der ländlichen Bevölkerung das Tragen von bunten Kleidungsstücken und Metallschmuck verboten hatten, konnten sich ab Ende des 18. Jahrhunderts immer farbigere und variantenreichere Schmuckformen entwickeln. Besonders regional äußerte sich dies in einer Fülle von Trachten, die seither das Bild festlich gekleideter Menschen vor allem in Oberbayern und Schwaben aber auch anderen Regionen bestimmen. Dazu gehören für die Frauen Florschließen und Kropfketten, Miedergeschnüre mit Anhängern und kostbar verzierten Geschnürstiften, Ohr- und Fingerringe, Haubennadeln und Haarpfeile und für die Männer Fingerringe, Uhrketten mit vielfältigen Anhängern sowie silberne Münzknöpfe.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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