Kleines Kompendium

Antiker Mikromosaik-Anhänger mit Cannetille, Rom um 1820


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Beschreibung
Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verdanken wir vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, die um das Jahr 1775 diese schon in der Antike angewandte Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erstaunlich feine Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, die nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Auch der vorliegende Anhänger demonstriert diese Kunstfertigkeit, indem er auf kleinstem Raum gleich fünf Mosaike versammelt. Dabei sind zwei der großen Themen die im Medium des Mosaiks verhandelt werden kombiniert: Vor rotem Grund sehen wir kleine Tiere, genauer: Zwei Fliegen und einen Schmetterling. Ganz typisch für die frühen Mosaike sind die Szenen dabei von Millefiori-Steinchen, sogenannten Murinen gerahmt, kleinen Glassteinchen, welche mehrere Zonen in unterschiedlicher Farbe in sich vereinen. Oben und unten indes sind vor blauem Grund Zeugnisse der Antike dargestellt, eben jene Ruinen der klassichen Antike, für die diese Art der Mosaike so berühmt sind. Zusammen bilden sie ein Kreuz, fein gefasst in Gold und verziert zudem mit Perlen und Türkisen. Der Anhänger entstand in den Jahren um 1825, als er vermutlich von einem Italienreisenden erworben wurde. Die relativ genaue Datierung ermöglicht dabei die filigrane Technik, in der das Gold verarbeitet ist, die Cannetille. Schmuckstücke mit Cannetille waren nur kurz, nämlich in der Dekade von 1820 bis 1830 populär. Die Technik ist dem Filigran verwandt und besteht üblicherweise aus fein gehämmerten Blechen und Golddrähten. Die verwendeten Formen bestehen hauptsächlich aus Ranken, Spiralen und bienenkorbartigen Elementen, die wie zarte Spitze wirken und häufig mit feinen Granulaten verziert sind. Vgl. mit zahlreichen Beispielen Ginny Reddington Dawes/Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 113–116 sowie David Bennet/Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 82, S. 85, usw. Der Anhänger trägt auf ihrer Rückseite ein kleines Medaillonfach mit Verglasung, unter dem etwa eine Haarlocke aufbewahrt werden kann. Eine wunderbare Erinnerung an sorgenfreie Tage in Rom.
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Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt in Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L’arte del micromosaico fra ’700 e ’800, Mailand 2001.
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Unser Versprechen

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen – damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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