Understanding Jewellery

Antiker Ring des Klassizismus mit Diamanten in Gold & Silber, um 1820


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Beschreibung
Antike Ringe zu datieren ist mitunter nicht ganz einfach, denn viele Entwürfe wurden über lange Zeiträume immer wieder variiert. Oft kann man sich nur anhand der Diamantschliffe einer Datierung annähern, denn diese entwickeln sich im Laufe der Jahrhunderte stetig weiter, ebenso wie die Technik, in der die Edelsteine gefasst sind. Bei dem hier vorliegenden Ring sehen wir fünf Diamanten in wunderbaren alten Schlifformen, wie sie das 18. Jahrhundert bereits kannte. Die Diamanten sind in einer Reihe nebeneinander auf dem Ringkopf eingelassen und jeder Diamant ist anders facettiert. Die Schliffe sind Variationen früher Diamantschliffe wie des Perruzzi oder des Mazarin-Schliffes, wobei die Mitte von einem großen ovalen Diamanten eingenommen wird. Zeittypisch werden die die Diamanten von breiten Zargenfassungen mit aufgesetzten Stegen gehalten. Diese sog. Spiegelfassungen sind aus Silber gearbeitet, um den Glanz der Diamanten optimal zu unterstreichen und nicht durch den rötlichen Schimmer der Ringschiene aus Gold zu tönen. Aufgrund der frühen Diamantschliffe und der Spiegelfassungen wäre es naheliegend, den Ring in die Mitte des 18. Jahrhunderts zu datieren. Doch der Ring weist eine Besonderheit auf, welche in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts weist. In diesen Jahren änderte sich die Technik, Diamanten zu fassen, von unten geschlossenen Fassungen hin zu offenen Fassungen ohne die vorher typische Foliierung der Steine in schalenförmigen Unterlagen. So liegt die Vermutung nahe, dass dieser Ring in den Jahren um 1820 unter Verwendung von weit älteren Diamanten entstanden ist. In dieser Zeit war es noch an der Tagesordnung, bei der Erstellung eines neuen Schmuckstücks auf bereits vorhandene ältere Diamanten zurückzugreifen. Die zarte Ringschiene trägt eine alte französische Zensusmarke aus dem Jahr 1838 für alte Artikel, so dass wir den Ring sicher vorher datieren können. Der Ring ist bis heute sehr gut erhalten und ein ebenso schönes wie zartes Beispiel für ein originales Schmuckstück der Jahre um 1820, das unter Einbeziehung älterer Edelsteine entstanden ist. Der seltene Ring fand hier in Berlin aus einer Privatsammlung zu uns. Vergleiche zum Wechsel der Fassmethode in den Jahren um 1800: David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 54.
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In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte.  Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Entwicklung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.
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