Ein Ring voller Spannung

Antiker Ring mit klassizistischer Lagenstein-Gemme des Tacitus, um 1790

Die Spannungen des ausgehenden 18. Jahrhunderts, des Kampfes zwischen Ancien Regime und bürgerlichen Rechten, zwischen barocker Dramatik und klassizistischer Strenge, Überschwang und Aufklärung – all dies zeichnet sich im vorliegenden Ring ab. Denn das Schmuckstück, in der kühlen und klaren Formensprache des Klassizismus gestaltet, fasst eine Gemme des römischen Kaisers Tacitus. Die Spannung trägt sich zwischen der Ästhetik des Ringes selbst und der Wahl des Sujets aus. Denn der schlichte Ring ist ganz klar jener Ästhetik verpflichtet, die mit der Ablehnung des barocken Überschwangs und dem hiermit assoziierten Wertesystem in Verbindung gebracht wird. Nicht zuletzt trug man an europäischen Königshäusern noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die alten Trachten des 18. Jahrhunderts, welche die Wertevorstellungen des Absolutismus transportierten, und auch der höfische Schmuck blieb dementsprechend weithin konservativ. Explizit jedoch bevorzugten einige aufklärerische Theoretiker wie Winckelmann die griechische Antike. Die demokratischen Ordnungen der Stadtstaaten im alten Griechenland waren ein Grund hierfür; hatten sich doch absolutistische Herrscher oft bewusst als römische Kaiser inszenieren lassen, um ihren gottgegebenen Status zu unterstreichen. Unter den römischen Kaisern erlangte auch Tacitus Berühmtheit, obwohl er nur ein knappes Jahr regierte, von 275 bis 276. Damals wie heute wird er als ein Kaiser inszeniert, der die Adelsrepublik mit Patriziern als Amtsträger sowie die alte Machtstellung des Senats wiederherstellte. Hier ist sein Bildnis in Lagenstein wiedergegeben, in kunstvollem, dreidimensionalem Schnitt. Eindeutig lässt er sich an seiner Haar- und Barttracht identifizieren. Doch wie ist diese Spannung innerhalb des Ringes zu erklären? Handelte es sich um einen reinen Modegriff, ungeachtet aller politischer und philosophischer Konnotationen? Wollte der ursprüngliche Träger des Ringes seine Bewunderung für die antike Bildkunst im Allgemeinen ausdrücken, oder wollte er gar eine stumme Kritik üben? Sicher ist nur, dass die Wahl des Ringes eine bewusste war, da er einst als individueller Auftrag oder nach einem Musterbuch angefertigt wurde, um sich passgenau an die Gemme zu schmiegen.

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