„Wie bin ich wert, dich in der Hand zu halten?“

Antiker Ring mit Muschelgemme Schillers, spätes 19. Jahrhundert

Gefasst in rötliches Gold trägt dieser Ring ein Relief, geschnitten in Muschelschale. Weiß hebt sich von seinem dunkleren Grund das Bildnis Friedrich von Schillers ab (* 10. November 1759 in Marbach; † 9. Mai 1805 in Weimar). Nach dem frühen Tod des Dichters begann ein Kult um seine Person, die in der Suche nach seinen Gebeinen gipfelte. Wussten Sie, dass der (vermeindliche) Schädel Schillers ab 1826 einige Zeit im Besitz Goethes war? „Geheim Gefäß! Orakelsprüche spendend, / Wie bin ich wert, dich in der Hand zu halten?“, dichtete Goethe Auge in Auge mit diesem Schädel, doch wie kam es dazu? Friedrich Schiller starb 1805. Sein Leichnam wurde im Kassengewölbe des Jakobskirchhofes in Weimar beigesetzt. Ende 1825 meldete die Stadtverwaltung, das Kassengewölbe müsse dringend „zusammengeräumt“ werden, weil „fast gar kein Sarg mehr hineingestellt werden könne“. Am 13. März 1826 stiegen der Weimarer Bürgermeister Carl Leberecht Schwabe, der Oberbaudirektor Clemens Wenzeslaus Coudray, der Leihmedicus Dr. Schwabe und der Stadtschreiber und Hofadvokat Aulhorn in die Gruft. Doch dort herrschte „ein Chaos von Moder und Fäulnis“ und als die Untersuchung der Namensschilder nicht dazu führte, „Gewißheit und Wahrheit darüber zu erlangen, welches hier die irdischen Überreste Schillers seien“, wurde das Unternehmen abgebrochen. In einer heimlichen Nachtaktion bestellte Carl Leberecht Schwabe einen Totengräber und drei Tagelöhner um Mitternacht auf den Friedhof, verpflichtete sie zu absolutem Stillschweigen und ließ sie nach den Gebeinen Schillers suchen. Diese Aktion dauerte drei Nächte, dann hatte Schwabe dreiundzwanzig Schädel beisammen, die er in einem Sack zu sich nach Hause bringen ließ. Dort zog Schwabe, der Schiller noch persönlich gekannt hatte, auch den noch lebenden Sargtischler und Schillers Diener Rudolf hinzu, um den richtigen Schädel herauszufinden, indem sie die Schädel durch Messungen mit Schillers Totenmaske verglichen. Am Ende wählte Schwabe den größten Schädel, der sich durch seine Größe und durch edle, regelmäßige Gestaltung von den anderen abhob. Als in Weimar das Vorgehen des Bürgermeisters bekannt wurde, waren vor allem Familien, deren Angehörige im Kassengewölbe bestattet waren, empört. Doch der Großherzog und Goethe zollten Bürgermeister Schwabe „dankendste Anerkennung“. Schwabe schlug nun als neuen Bestattungsort für Schiller einen prominenten Platz vor: Am 17. September 1826 wurde „Schillers Schädel“ in einer Feierstunde in der Fürstlichen Bibliothek im Piedestal der lebensgroßen Marmorbüste des Bildhauers Johann Heinrich Dannecker deponiert. Anlässlich dieses Festakts dichtete Goethe die Terzinen „Bei Betrachtung von Schillers Schädel“. Der Schlüssel zu „Schillers Schädel“ befand sich in den Händen von Goethe persönlich. Bereits in der Nacht vom 25. auf den 26. September 1826, der Nacht, in der er dieses Gedicht schrieb, beherbergte Goethe den Schädel im Gartenhaus seines Anwesens am Frauenplan. Gegen Ende des Jahres bewahrte Goethe den Schädel, auf blauem Samt unter einem Glassturz in seinem Haus auf. Am 29. Dezember 1826 berichtete Wilhelm von Humboldt in einem Brief an seine Frau: „Heute nachmittag habe ich bei Goethe Schillers Schädel gesehen. Goethe und ich – Riemer war noch dabei – haben lange davor gesessen, und der Anblick bewegt einen gar wunderlich. Was man lebend so groß, so teilnehmend, so in Gedanken und Empfindungen bewegt vor sich gesehen hat, das liegt nun so starr und tot wie ein steinernes Bild da. Goethe hat den Kopf in seiner Verwahrung, er zeigt ihn niemand. Ich bin der einzige, der ihn bisher gesehen, und er hat mich gebeten, es nicht zu erzählen.“ Im Zuge dieses recht lang anhaltenden Schillerkults ist auch dieser Ring zu sehen, die vermutlich in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde. Die Gemme ist in eine schlichte Zarge gefasst und kann als Ring getragen werden. Ein spannendes Schmuckstück für den Bildungsbürger, jede Liebhaberin der Schillerschen Dramen und Freude des guten Steinschnitts. Wir haben das Schmuckstück hier in Berlin entdeckt und ehrfürchtig angekauft.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


UNSER VERSPRECHEN

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