Ein Schiffchen mit prachtvoller Fracht

Antiker Schiffchenring mit 0,85 ct Altschliff Diamanten, England um 1915

Die besondere Faszination historischer Diamanten ist ihr individueller Charakter. Kein Stein ist wie der andere: Farbe, Proportion und Glanz ist jedem Stein anders eigen. In einer Zeit entstanden, in welche Diamanten noch nicht im Akkord im Form gebracht wurden, war es die Aufgabe des Schleifers, für jeden Diamanten die optimalen Maße zu bestimmen. Der hier vorliegende Ring bringt uns 21 solcher Diamanten mit Individualität und Geschichte näher. Es sind Steine, die sich durch ihre Individuellen Schliffe auszeichnen. Die Diamanten sind in den Jahren um 1915 zu diesem Ring in klassischer Schiffchenform vereint worden. Die englische Goldschmiedearbeit ist flach gearbeitet, sodass sich der Ring aus hochkarätigem Gelbgold angenehm trägt. Zugleich sind die Steine in Weißgold gefasst. Die Diamanten sind á jour in das kostbare Metall eingelassen und die Fassungen rückseitig offen, um ihnen den nötigen Platz zum Funkeln zu geben. Der Ring, der aus dem Süden Englands zu uns kam ist erstklassig erhalten und begeistert mit seinem prachtvollen Besatz in feinem Pavée-Setting!

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff, und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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