Auf Ewig zu den Sternen

Antiker Trauer-Ring mit Email, Diamanten & Perlen, Großbritannien datiert 1790

Wie so viele Details im Bereich des historischen Schmucks hat auch Email hat eine ganz besondere Geschichte, die eng verbunden ist mit den sich stetig ändernden Moden. In Mittelalter und Renaissance war der überwältigende Großteil selbst der kostbarsten Schmuckstücke aufwendig emailliert. Die Technik war kompliziert und man liebte intensive Farben, sodass Email den Glanz kostbarer Edelsteine oft rahmte und ergänzte. Mit dem Rokoko drehte sich dieser Geschmack zunächst. Farbsteine waren zunehmend einfacher aus den Kolonien in Übersee zu erhalten und man nutzte nun sie, um im Lichte der Kerzen der Salons noch verführerischer zu glänzen. Email trat dagegen in den Hintergrund und wurde kaum noch verwendet. Erst 1775 schuf der Londoner Goldschmied Jusen wieder neue Schmuckstücke in Email, nun in einem tiefen Mitternachtsblau, dass er mit Diamanten in Silberfassungen kombinierte. Einige schnell in der Öffentlichkeit bekannte Aufträge aus der königlichen Familie reichten nun aus, und eine neue Mode war geboren: Ringe und Broschen in Royal Blue Enamel waren binnen kürzester Zeit selbst in Paris der letzte Schrei. Hier nannte man „Bagues de firmament“, Himmels-Ringe. Der hier vorliegende Ring ist ein Stück dieser neuen Emaille-Mode des späten 18. Jahrhunderts. Der Ring aus Gold trägt eine Rahmung aus abwechselnd weißem und blauem Email. Sie umfasst eine Einlage aus Glas, sog. Vauxhall-Glass, in derselben, leuchtenden Farbe des Himmels einer Sommernacht. Ein Zierelement mit Perlen und kleinen Diamanten leuchtet hell wie die Sterne über diesem geheimnisvollen Grund. Der Blick auf die Rückseite des Ringkopfes verrät seine ursprüngliche Bestimmung. Wir lesen hier vom Tod von George Binks im Jahr 1790, im Alter von 67 Jahren. Wohl seine Frau ließ im Anshcluss diesen Ring anfertigen, der sie erinnern konnte, dass er nun zwischen den Sternen ein zweites Leben beginnen würde. Der Ring, den wir in Hamburg entdeckt haben, ist in Großbritannien entstanden. Das mittlere Element wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts einmal erneuert; gleichwohl blieb dem Ring sein stimmiges Erscheinungsbild bewahrt. Vgl. zum Schmuck mit blauem Email Ginny Redington Dawas/Olivia Collings: Georgian Jewelry 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 120, sowie Diana Sarisbrick: Rings. Jewellery of Power, Love and Loyalty, London 2007, S. 93f. Schöne Beispiele finden sich auch in Wolfgang Neumann (Hg): Trauerschmuck vom Barock bis zum Art Déco. Kat Ausst. Museum für Sepulchralkultur, Kassel 1995.

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