Strahlende Seilschaften

Antikes Armband mit 5,10 ct Diamanten in Silber & Gold, 1860er Jahre

Historischen Diamantschmuck zu entdecken und zu besitzen ist eine besondere, seltene Freude. Denn je kostbarer das Material des Schmuckstückes war, desto eher neigte man in früheren Zeiten dazu, die Diamanten immer wieder neu zu fassen und so den Schmuck der neuesten Mode anzupassen. Nur wenige Stücke haben sich daher in ihren ursprünglichen Formen erhalten. Das hier vorliegende Armband ist solch ein Glücksfund. Angesichts der außergewöhnlichen Qualität der dreißig Diamanten im Brillantschliff ist es geradezu unwahrscheinlich, dass das Armband die Zeitläufte überstanden hat! In früheren Zeiten wurden oft auch Diamanten von eher schlechteren Qualitäten verarbeitet, da das Angebot erstklassiger Steine deutlich geringer war als heute, in Zeiten großer, technisierter Diamantminen. Hier aber liegen Steine in schönem Wesselton-Weiß vor, die sich in Glanz und Feuer auch vor modernen Steinen nicht verstecken müssen. Das Armband ist als gedrehtes Seil gestaltet. Die einzelnen Glieder sind aus hochkarätigem Rotgold mit einer Front aus Silber geschmiedet, sodass die Diamanten ihr weißes Licht optimal zur Geltung bringen können. Jedes der Glieder ist beweglich an das nächste gesetzt, sodass das Armband weich und angenehm um das Handgelenk fließt. Die Schliffe der Diamanten und die Verarbeitung des Bandes lassen uns das Schmuckstück in die 1860er Jahre datieren. In jener Zeit waren, wie schon in den Jahrzehnten zuvor, naturalistische Entwürfe eine große Mode, und die Gestaltung als gedrehtes Band entspricht diesem Geschmack. Zugleich zeigt sich bei genauer Betrachtung, dass das Armband ursprünglich wohl drei Anhänger trug. Solche Armbänder entstanden vor allem in den 1860er Jahren, wie David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 185, gezeigt haben. Da sie jedoch einigermaßen unpraktisch zu tragen waren, hat man diese Anhänger in späterer Zeit meist abgenommen, so auch in diesem Fall. Das Armband hat so eine klare, geradezu graphische Form erhalten und wirkt bis heute modern. Es ist sehr gut erhalten, die Schließe hält sicher und eine dezente Sicherungskette bietet zusätzliche Schutz – so kann das Band beruhigt betragen werden und große, leuchtende Freude spenden.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

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