Für Kennerinnen

Antikes Armband mit ungewöhnlichen Gemmen aus „Vesuv-Lava“, um 1860

Ein Souvenir als Erinnerung an eine Reise in die Ferne mit nach Hause zu bringen ist keine Idee erst unserer Gegenwart. Auch die Italienreisenden des 19. Jahrhunderts nahmen Erinnerungsstücke mit in ihre Heimat im Norden. Goethe etwa lies von seiner Italienischen Reise ganze Kisten voller seltener Steine nach Weimar senden, die bis heute Teil der großen Mineraliensammlung am Haus am Frauenplan sind. Weitaus handlicher und dennoch individuell waren indes Schmuckstücke als Souvenirs. Neben Mikromosaiken aus Rom und Pietra Dura-Arbeiten aus Florenz erlebten vor allem geschnitzte Gemmen aus der Bucht von Neapel eine große Mode, sei es im Material der Muschelschale oder, wie in dem hier vorliegenden Armband, aus farbigem Sedimentgestein, der als Lava des Vesuvs an die Touristen verkauft wurde. Das hier vorliegende Armband präsentiert sieben fein geschnittene Kameen aus ebenjenem Material. Die Lava zeigt besonders schöne Farbschattierungen von Olivgrün über Beige, Weiß bis hin zu Braun. In kleinem Format sind hier die Köpfe antiker Götter und Göttinnen Profil wiedergegeben. Doch sind es nicht die üblichen Bewohner des Olymp, die wir hier vorfinden: Offenbar hat die einstige Käuferin hier ihre Kenntnis der antiken Mythologie unter Beweis stellen wollen und bei der Auswahl gezielt zu besonderen Beispielen der Götterwelt gegriffen. Der Reigen beginnt ganz links mit Diana, der Göttin der Jagd, erkennbar an dem Halbmond auf ihrer Stirn. Ihr Folgt eine Göttin mit Schleier, wohl Demeter. Bei den Römern Ceres genannt, war sie die griechische Fruchtbarkeitsgöttin; ein bekannte Darstellung findet sich im Palazzo Altemps in Rom. Ihr nun folgt Hermes mit Flügeln am Helm. Dann Zeus in der Darstellung des Zeus Serapis, einer in Ägypten entstandenen Ikonographie, die den Göttervater Griechenlands mit dem ägyptischen Gott Osiris verschmilzt. Man erkennt ihn an seiner typischen Kopfbedeckung. Die beinahe weiße Gemme rechts neben Zeus könnte Hera sein, die Gattin und gleichzeitig Schwester des Zeus mit einem Diadem im Haar. Sodann Chronos mit der Sichel, eine Darstellung, die erst in der frühen Neuzeit entsteht und die Personifikation der Zeit mit der Darstellung des des Titanen Kronos verbindet. Hieraus entwickelten sich sowohl die Vorstellungen des Gevatter Tod als auch des „Father Time” im englischsprachigen Raum. Auf der Schließe schließlich findet sich eine jugendliche Schönheit, die auch uns einige Rätsel aufgegeben hat. Sie ist hinterfangen von einer Darstellung, die eine Sonnenscheibe sein könnte: Ist hier vielleicht Apoll gemeint, in der griechischen und römischen Mythologie der Gott des Lichts? Es ist ein ganzes Panorama der antiken Welt, das von den Sagen und Ereignissen, den Kämpfen und den Freuden der Vergangenheit erzählt. Für den Reisenden bot es auch nach Jahren noch die Möglichkeit, zumindest in Gedanken zurückzukehren in diese ferne Welt und an die Orte seiner Sehnsucht in Italien. Wir haben das Armband, dass die Kameen in vergoldetes Tombak fasst, in London entdeckt. Seine besondere Ikonographie und sein feiner Schnitt hat uns sofort in seinen Bann gezogen. Vgl. zur Datierung und mit weiteren Informationen zu diesem Schmucktypus Charlotte Gere/Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London: British Museum Press 2010, S. 494.

Schmuck aus Gemmen aus farbigem Stein war im 19. Jahrhundert ein beliebtes Souvenir einer Reise in den Süden Italiens. Das Material galt als „Lava“ des Vesuvs und erinnerte an den Untergang Pompejis 79 n. Chr. als die Stadt unter Lava und Asche dieses Vulkanes versank. Die untergegangenen und auf wundersame Weise wiederentdeckten Ruinenstädte Pompeji und Herculaneum waren im 19. Jahrhundert fester Programmpunkt einer jeden italienischen Reise und boten einen ganz unmittelbaren Eindruck des antiken römischen Alltags. Schmuck aus dem Material dieser Orte konnte so zu einem schönen, vielleicht auch etwas makabren Souvenir werden. Es entstand Schmuck in allen Qualitäten, von einfachen kleinen Broschen bis hin zu großen Paruren. Dass Lava als Souvenirschmuck in den Augen der Zeitgenossen in keinster Weise als minderwertig galt, zeigt, dass sich auch im Oevre so bekannter Goldschmiede wie der Castellani Stücke aus Lava finden. Augusto Castellani, der Sohn Fortunato Pios, beschreibt in seinem Buch Delle gemme. Notizie raccolte, Florenz 1870, S. 138, die sog. Lava des Vesuvs neben anderen Materialien als bekannten Ausgangsstoff für Cameo-Arbeiten in der Umgebung von Neapel.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

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Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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