Wunderbar wandelbar

Antikes Collier & Brosche mit Diamantbesatz, Julius Hügler, Wien um 1905

In vielerlei Hinsicht gingen unsere Vorfahren besonnen mit Ressourcen um. Auch wer sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert Schmuck kaufte, der achtete oft darauf, dass das Stück mehr als nur ein Einsatzgebiet hatte. Ohrringe etwa bestanden oft aus einem kleinen Oberteil, der sog. Dormeuse, an die sich längere Anhänger anfügen ließen. So war man für den Tag und den Abend bestens gewappnet, ohne sich gleich zwei Schmuckstücke kaufen zu müssen. Broschen wiederum ließen sich oft als Anhänger tragen, sodass sie sowohl zu hochgeschlossenen Blusen als auch zu tief ausgeschnittenen Abendkleidern zum Einsatz kommen konnten. Um diesen Übergang zwischen Brosche und Anhänger zu meistern, fügte man den Schmuckstücken kleine Schraubenschlüssel bei, dank derer sich die Montierung in Minutenschnelle zuhause austauschen ließ. Auch das vorliegende Collier ist solch ein wandelbares Stück. Es erreichte uns in seiner Original-Schatulle des Wiener Hofjuweliers Julius Hügler und hält unter dem angepassten Samteinsatz für das Collier eine Überraschung bereit, die aus dem eigens angefertigten Schraubenschlüssel und einer austauschbaren Broschierung besteht. Das Schaustück zeigt sich in den typischen Formen dieser Zeit: Dezent verspielt und doch symmetrisch, die floralen Anleihen deutlich abstrahiert. Insgesamt 30 Diamanten von zusammen etwa 1,05 ct sind in mit Silber belegtes Gold gefasst, sodass die Oberfläche ganz im Sinne der Zeit weiß erstrahlt. Zwei der größeren Diamanten sind pendelnd abgehängt, sodass sie den Entwurf bei jeder Bewegung um brillante Lichtreflexe bereichern. Ausweislich der goldenen Inschrift im Innendeckel der Schatulle stammt das Schmuckstück aus der Hand des Goldschmiedes Julius Hügler, damals in der Freisingergasse 4 („Am Peter“) in Wien ansässig. Die hohe Qualität von Hüglers Arbeiten überzeugte nicht nur das Haus Habsburg, welches ihn 1899 zum Hofjuwelier ernannte – eine Ehre, die im Etui vermerkt ist. Das Unternehmen wurde von der Familie fortgeführt und durfte auch im 20. Jahrhundert noch illustre Kunden beliefern, darunter Sorayah und den Shah von Persien. Selbst Richard Burton ließ bei Hügler eine Brosche entwerfen, welche ein Liebesgeschenk an Liz Taylor wurde. Unsere Pretiose aus dem Hause Hügler ist samt Zubehör sehr gut erhalten und ebenso sammelwürdig wie vielseitig tragbar.

Mit der Erfindung des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts erfüllte mit einem Mal gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas. Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen aus Diamanten und Silber antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Überhaupt wurde der Schmuck zunehmend reicher mit funkelnden Edelsteinen ausgefasst, um ein immer luxuriöseres und reicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten. Der Name der Epoche, die Belle Époque, zeigt noch heute das Ziel dieser Zeit an: In Schönheit zu glänzen. Doch auch in den folgenden Dekaden blieb die Mode weißen Schmucks aktuell, bis hin zum Art Déco der 1920er Jahre. Allein die Materialien der Fassungen wandelten sich. Das schnell anlaufende Silber wurde zunächst durch Platinauflagen ersetzt und später durch Schmuck ganz aus Platin bzw. dem kurz vor dem Weltkrieg entwickelten Weißgold.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen