Die Welt im Kleinen

Antikes Collier mit Achaten in Gold, wohl Frankreich, um 1790

Die unendliche Vielfalt der Natur, der große Reichtum unseres Planeten hat den Menschen seit jeher nicht nur zum Staunen gebracht, sondern auch zum Sammeln und Ordnen angeregt. Aus Gelehrtenstuben, Studioli und den Wunderkammern der Fürsten entstanden im Laufe der Jahrhunderte die großen Naturkundemuseen mit ihrem Anspruch, die ganze Welt vor Ort abzubilden. Doch auch im Kleinen, im privaten Feld des Schmucks finden sich immer wieder Beispiele für die Freude, welche das Sammeln und Staunen auslösen kann. Achate etwa werden seit Jahrtausenden als kleine Naturkunstwerke verehrt. Bereits im ägyptischen Altertum schnitzte man aus ihnen Skarabäen, und den heute geläufigen Namen des Steins erhielt er einige Jahrhunderte später durch den Aristoteles-Schüler Theophrastos von Eresos nach einem seiner Fundorte, dem Fluss Achates. In der frühen Neuzeit dann faszinierten die stets individuellen Farbverläufe des Achats, seine an Landschaften und Wasserströmungen erinnernden Einschlüsse den Blick der Zeitgenossen derart, dass Achate auch in Wunderkammern ihren Platz fanden. Auch die Kunsthandwerker der Zeit der Aufklärung und der naturwissenschaftlichen Entdeckung um 1800 liebten diesen Stein. Sein reiches Spiel der Strukturen und Farben verband die Sehnsucht nach Schönheit mit der Freude am Nachdenken und dem gelehrten Gespräch. Angeregt durch die so individuellen Formen der Steine ließ sich nicht zuletzt über den Zusammenhang von Natur und Kunst spekulieren, sah man in den sog. Landschaftsachaten doch die Natur selbst als Künstlerin am Werk. Goethe etwa erwarb im 1787 in Palermo eine Sammlung seltener Achate, denn er hatte erkannt: „Die Achate sind von der größten Schönheit, besonders diejenigen, in welchen unregelmäßige Flecken von gelbem und rothem Jaspis mit weißem, gleichsam gefrornem Quarze abwechseln und dadurch die schönste Wirkung hervorbringe“ (Italienische Reise, Palermo, 13.4.1787). Hier nun liegt ein Collier vor, das in den Jahren um 1790 wohl in Frankreich entstanden ist. Es versammelt 15 Achate in Fassungen aus warmem Gold. Die Steine sind dünn geschliffen und eröffnen so den Blick gleichsam in ihr Inneres hinein. Mal sehen wir hier Strukturen, die an Pflanzen erinnern, dann wieder Gebirgslandschaften, stürmische Wolken oder neblige Weiten. Die einzelnen Steine in ihren zarten Fassungen sind mit ovalen, flachen Goldösen miteinander verbunden. Solche Art von Ketten waren um 1800 vor allem in Frankreich verbreitet, weshalb wir annehmen, dass auch dieses Collier hier entstanden ist. Es ist erstklassig erhalten und eine große Freude, die den Reichtum der Welt im Kleinen versammelt. Zu den verschiednen Kettenformen des Klassizismus vgl. Ginny Reddington Dawes / Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 36f.; zum Schmuck mit Achaten der Zeit ebd., S. 51f.

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