Zwei mal Archäologie

Antikes Goldcollier mit früherer klassizistischer Achatgemme, Wien um 1885/1810

Zweimal gab es während des „langen 19. Jahrhunderts” Phasen, in denen die Kunst der Antike und ihre Erforschung durch die Archäologie besonders das Interesse der Europäer weckte. Zum einen während der Goethezeit, vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum Ende des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts. Während dieser Zeit entstanden vor allem fein geschnitzte Gemmen und Kameen, die sich an griechischen und römischen Antiken orientierten. Zum anderen aber inspirierten die etruskischen Funde zahlreicher Ausgrabungen ab den 1860er Jahren die Schmuckwelt, sodass zahlreiche Kopien antiker Schmuckstücke, aber mit fortschreitender Zeit zunehmend auch eigenen Kreationen im historisch-archäologischen Stil entstanden. Dieses ungewöhnliche Collier nun vereint diese beiden Epochen in einem Schmuckstück. So ist die Gemme aufgrund ihrer ungemein fein ausgeführten Arbeit in rötlichem Achat dem Klassizismus zuzuordnen, und auch die Verarbeitung des Rahmens mit schwarzem Email lässt sich in die Zeit um 1810 datieren. Auch die etwas rötliche Legierung des Goldrähmchens verrät, dass sie nicht gleichzeitig mit der Halskette angefertigt wurde an der sie heute zwischen dekorativen Bögen mittig befästigt ist. Vielmehr scheint es, als sei die Kette geschaffen worden, um die historische Gemme zu präsentieren. Das Collier trägt die Wiener Punze für Gold, die zwischen 1872 und 1922 vergeben wurde, und lässt sich stilistisch in die 1880er Jahre datieren, als der Einfluss der etruskischen Funde zwar im Detail noch gegenwärtig war, sich im Sinne des Historismus aber schon ganz zu einer eigenen, neuen Formensprache entwickelt hatte. Ein Geheimnis jedoch behält das Collier noch für sich: Wer ist der Mann, der so kunstvoll in die Gemme geschnitten wurde? Keine Attribute, kein Lorbeerkranz, nur ein voller Lockenschopf und Bart zeichnen ihn aus. So wird es sich nicht um einen Gott handeln, sondern um einen realen Menschen, dessen Büste oder Bildnis auf einer Münze hier in Achat entsprochen wurde. Ist es möglicherweise der Caesarenmörder Brutus, der uns hier kraftvoll entgegentritt und der besonders in der Gechichtsschreibung des 19. Jahrhunderts zu einer interessanten Persönlichkeit erhoben wurde? Nun schmückt er eine Gemme und gleichzeitig ein Collier, deren beider Entstehung auf die Liebe zur Geschichte und klassischen Bildung zurückzuführen ist.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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