Von Α bis Ω

Antikes Medaillon als Anhänger & Brosche von L. Gallandt, Rom um 1875

Kommen Sie mit auf eine Reise nach Rom, in die Ewige Stadt. Hier, in der zweitausendjährigen Stadt am Tiber, entstand zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine ganz neue Mode im Bereich des Schmucks. Goldschmiede wie die Meister der Familie Castellani schufen hier – erstmals in der Geschichte der Neuzeit – Objekte im Stil der Antike, nach kostbaren Stücken aus etruskischen Gräbern und römischen Vorbildern, welche so den Schmuck und die Schönheit der Antike für die Damenwelt ganz dingfest greifbar werden ließen. Dieser Schmuck im sog. Archäologischen Stil war ein großer Erfolg. Als Verweis auf die eigene, große Geschichte fiel er auf großes Interesse. Wie Deutschland war Italien erst im 19. Jahrhundert zu einem einheitlichen Nationalstaat zusammengewachsen. Schmuck in diesen so besonders Italienischen Formen (zugleich modern und zuvor nie gesehen) zeigte da zugleich die eigene Geschichte und große kulturelle Tradition, deren Erbe man selbst war. Ein besonders gut erhaltenes, erstklassig ausgeführtes und auf ganz typische Weise entworfenes Schmuckstück dieses Stils liegt hier vor. Das aus hochkarätigem Gold gefertigte Schmuckstück ist Anhänger und Brosche zugleich. Auf der Rückseite bietet es hinter Glas die Möglichkeit, eine Fotografie aufzunehmen. Auf der Vorderseite präsentiert es gerahmt von perfekt ausgeführten Ornamenten wie gekordelten Drähten und Granulationen das Christusmonogramm XP zwischen den Buchstaben A und Ω. Diese einzigartige, einzigartig Römische Verbindung von Antike und Christentum ist typisch auch für Schmuck im Archäologischen Stil aus Rom. Hier, in der Stadt der Kaiser und der Päpste, konnte das eine kaum ohne das andere bestehen. Und offenbar war diese Verbindung auch im 19. Jahrhundert noch so lebendig, dass die galanten Damen bzw. die Besucher der Stadt gerade diese Verbindung als typisch für Rom empfanden und daher Schmuck mit diesen Motiven gern erwarben. Im Oevre der Castellani sind zahlreiche Schmuckstücke in ähnlicher Form bekannt, stets mit dem Christusmonogramm in antiker Rahmung, vgl. ausführlich Susan Weber Soros/Stefani Walker (Hg.): Castallani and Italian Archaeological Jewelry, New Haven/London 2004, z.B. S. 161, 164,. 373, wobei oft noch farbige Mikromosaiken hinzugenommen wurden, um den Eindruck noch reicher zu gestalten. Hier nun ist der Entwurf reduziert und gerade dadurch stark, geradezu modern: Keine Farbe lenkt vom perfekt ausgeführten Relief des Schmuckstücks ab. Seine eckigen Formen sind so klar und geradezu kristallin, dass man es kaum glauben mag, dass auch dieses Stück von Hand ausgeführt wurde. Das Schmuckstück hat sich in seiner originalen Box des römischen Juweliers Cav. Luigi Gallandt erhalten, dessen Geschäft an der Piazza di Spagna 7. lag. In den 1870er Jahren wird es in zahlreichen Romreiseführern aufgeführt als eine der ersten Adressen für Schmuck mit Mikromosaik, vgl. z.B. das „Handbook of Rome and its Environs“ von John Murrray, London 1873, S. XXVIII. Auch dieser Anhänger wird in seinen Werkstätten in dieser Zeit entstanden sein.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Formen wirklich antiken Schmucks noch unbekannt. Weder in der Renaissance, noch im Klassizismus hatten Ausgrabungen echten Schmuck der Alten hervorgebracht. Die Entwürfe dieser Epochen waren lediglich Annäherungen an ein Ideal gewesen, das man sich aus anderen Zusammenhängen wie der Architektur erschließen musste. Mit der Entdeckung echten etruskischen Schmucks ab den 1820er Jahren in Italien änderte sich dies schlagartig. Prinzessin Alexandrine von Canino etwa war dafür bekannt, gern einige auf ihrem Landsitz bei Rom gefundene original etruskische Schmuckstücke zum Neid ihrer Freundinnen zu tragen. Doch die Zahl der Stücke, die ja alle Zufallsfunde waren, bleib gering und originalen, Jahrtausende alten etruskischen Schmuck konnte weiterhin nur ein Bruchteil der Damen besitzen. Daher begannen die Goldschmiede jener Jahre schon bald, Schmuckstücke nach nun endlich bekannten antiken Formen herzustellen. Besonders Pio Castellani aus Rom und seine Söhne taten sich hier hervor und gestalteten Schmuck, der ab der Mitte des Jahrhunderts zu einem in ganz Europa bekannten Markenzeichen und einer wahren Mode wurde. In Deutschland und Österreich entstanden entsprechende Stücke ab den mittleren 1860er Jahren. Zum Schmuck der Castellani vgl. ausführlich Susan Weber Soros/Stefani Walker (Hg.): Castallani and Italian Archaeological Jewelry, New Haven/London 2004.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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