Blumenkorb des Biedermeier

Antikes, römisches Mikromosaik als Anhänger mit Kette, um 1820

Blumen und Pflanzen waren ein großes Thema in Mode und Schmuck des Europa der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Rokoko versprach Lebensfreude und Zuversicht, gehobene Kultur und höfische Raffinesse. Filigrane und farbenfrohe „Giardinetti“-Schmuckstücke (aus dem Italienischen, „kleine Gärten“) gehören zu den ansprechendsten Schöpfungen dieser Zeit. Doch auch in der folgenden Epoche des Biedermeier blieb bezaubernder Blumenschmuck eines der beliebtesten Themen. Das vorliegende Collier präsentiert uns ein feines Mikromosaik in einer Rahmung aus rotem Glas. Ein Blumenkorb, ein im Biedermeier so beliebtes Motiv, ist aus winzigsten Glastesserae gebildet und sehr dreidimensional dargestellt. Besonders schön sind die gewählten Farben der Pflanzen, die das Rot der Rahmung reflektieren. Das Mosaik mit seinen duftenden Blumen wird von seiner aufwändigen, originalen Fassung aus vergoldetem Tombak und hochkarätigem Gold gehalten. Ihre Gestaltung mit zahlreichen Blüten nimmt das Motiv des Mosaiks auf und bereichert den anmutigen Eindruck so noch weiter. Am unterem Ende ist eine schöne Flußperle angehängt. Eine zarte Ankerkette, von uns ergänzt, lässt das Stück zum Collier werden.

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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