Die Schönheit der Natur

Antikes Steinkabinett mit 52 Ringsteinen und Goldring, Dresden oder Augsburg, um 1790

Marmor aus Florenz, Chalcedon aus Island, Karneol aus dem Orient, Labradorit aus Amerika und Bergkristall aus St. Gotthard: Das hier vorliegende, seltene Objekt, ein sog. Ringsteinkabinett des späten 18. Jahrhunderts, nimmt uns mit auf eine Reise um die Welt, eine Reise in die Welt der Mineralogie und eine Reise in das späte 18. Jahrhundert, die Zeit Goethes und der Veröffentlichung seiner Italienischen Reise. Die unendliche Vielfalt der Natur, der große Reichtum an seltenen Kostbarkeiten unseres Planeten hat den Menschen seit jeher nicht nur zum Staunen gebracht, sondern auch zum Sammeln und Ordnen angeregt. Aus Gelehrtenstuben, Studioli und den Wunderkammern der Fürsten entstanden im Laufe der Jahrhunderte dabei die großen Naturkundemuseen mit ihrem Anspruch, die ganze Welt vor Ort abzubilden. Doch auch im Kleinen, im privaten Feld des Schmucks finden sich immer wieder Beispiele für die Freude, welche das Sammeln und Staunen auslösen kann. Im späten 18. Jahrhundert führte diese Sammellust kombiniert mit einem erwachenden wissenschaftlichen Interesse unter anderem zu den heute nur noch selten erhaltenen sog. Ringsteinkabinetten, Kästchen wie dem hier vorliegenden Exemplar, das einen Ring und Einlagen aus verschiedenen, ganz unterschiedlichen, natürlichen Steinen zum Austauschen enthält. Der Träger des Ringes konnte so sein Interesse an der Wissenschaft, seine Bildung und sein Wissen von der Mineralogie ausdrücken und zugleich je nach Anlass einen passenden Ring selbst kreieren. Möglicherweise spielten auch hier die den Steinen zugewiesenen Eigenschaften eine Rolle. Im hier vorliegenden Fall liegen 52 Steine auf drei mit Samt bezogenen Tabletts in einem originalen Kästchen aus Holz und geprägtem Papier. Die einzelnen Positionen sind nummeriert mit ausgeschnittenen, in Tiefdruck beschrifteten Nummernzettelchen. In der Mitte der drei Tabletts findet sich jeweils eine Aussparung, in welche dann der Ring gesteckt werden kann, wenn das Kästlein verschlossen wird. Zusätzlich gibt es ein handgeschriebenes „Verzeichniss von den 52 Ringsteinen“, das dem Kasten beiliegt. Ringsteinkabinette wie das hier vorliegende sind im späten 18. Jahrhundert unter anderem am Sächsischen Hof von Johann Christian Neuber hergestellt worden. Neuber war Hofgoldschmied und spezialisierte sich schnell auf kostbare Objekte, in welchen er heimische Halbedelsteine intarsiengleich zusammenfügte, oft mit detaillierten Informationen zu den eingesetzten Steinen. Diese Objekte hatten über ihre Schönheit und Kostbarkeit dabei auch einen politischen Sinn: Sie zeigten den Reichtum Sachsens und die Vielfalt des von seinem König beherrschten Landes und wurden so oft und gern auch als königliche Geschenke mit Hintersinn verschenkt. Das hier vorliegende Ringsteinkabinett ist formal den in Sachsen entstandenen Exemplaren sehr nahe, wenngleich zur selben Zeit auch in Augsburg bei Heinrich Gottlob Lang entsprechende Objekte entstanden; insgesamt haben sich nicht viele dieser in Schachtel- oder Buchform gestalteten Kabinette erhalten; in der Literatur bekannt sind lediglich 21, vgl. Simone und Peter Huber: A Lithological Amusement. Ringstein-Kabinette (cabinets of stones for rings), in: Gold, Jasper and Carnelian. Johann Christian Neuber at the Saxon Court, hg. v. Alexis Kugel, London 2012, 90-99, sowie S. 381–383 (Katalog), sowie Jutta Kappel: Johann Christian „Neuber à “. Schatzkunst des Klassizismus für den Adel Europas, Dresden 2012, S. 59f. In seinem Umfang geht das hier vorliegende Kabinett über die geographische Beschränkung auf Sachsen aber hinaus und führt den Reichtum der ganzen Welt vor Augen. Hierin ist es nicht nur ein besonderes Glück und schönes Zeugnis für Kunst und Geistesleben der Goethezeit, sondern zugleich ein museumswürdiges Stück Kulturgeschichte, wie es nur selten in den Handel kommt.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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