Rom, London, Berlin

Antikes Türkis-Armband von Carlo Giuliano, London 1860er Jahre

Oft, viel zu oft, verrät historischer Schmuck nicht mehr, wer ihn einst geschaffen hat. Das hier vorliegende Armband ist da eine besondere Ausnahme. Denn die rückseitig auf einem kleinen ovalen Schild angebrachten Buchstaben „CG“ verraten, dass es aus der Werkstatt Carlo Giulianos (1831–1895) stammt, eines der berühmtesten und erfolgreichsten Goldschmiede Londons im 19. Jahrhundert. Schon der Name verrät, dass Carlo Giulianos Karriere nicht in Großbritannien, sondern in Italien begann. Der gebürtige Neapolitaner lernte bei bei Castellani in Rom und wurde schnell einer ihrer herausragendsten Goldschmiede. Gegen 1860 emigrierte er nach London und gründete hier eine eigene Werkstatt. Schnell hatten seine Entwürfe großen Erfolg in der Londoner Gesellschaft, bis hin zum Königshaus. Er entwarf in verschiedenen historischen Stilen, berühmt wurde er u.a. für seine Arbeiten in der Formensprache der Renaissance mit reichen Emaillierungen sowie Schmuck nach antiken Vorbildern, eben jenen archäologischen Juwelen, welche auch den Ruhm der Castellani begründet hatten. Das hier vorliegende Armband präsentiert Cabochons aus persischem Türkis in einfachen Goldfassungen abwechselnd mit geschwungenen Elementen aus Gold. Ihre Form, Bänder, welche in der Mitte gekreuzt sind, gehört in den Kontext der archäologischen Entwürfe Giulianos. Die Materialzusammenstellung sowie der Einsatz von glänzenden, goldenen Bändern erinnert an eine Tiara aus seiner Hand. Das ebenfalls aus Gelbgold und Türkisen geschmiedete Stück findet sich abgebildet im Katalog der London International Exhibition von 1862 (Cassell's Illustrated Exhibitor, London/New York 1862, S. 230.). Das Armband ist sehr gut erhalten und trotz seiner anspielungsreichen Formgebung unaufdringlich und auch im Alltag zu tragen. Wir haben es in London entdeckt und für Sie mit nach Berlin gebracht. Vgl. zu Giuliano u.a. Charlotte Gere/Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London: British Museum Press 2010, S. 137f., 266f., 426f., sowie ausführlich Geoffrey C. Castellani and Giuliano: Revivalist Jewellers of the Nineteenth Century, New York 1984. Einige Vergleichsstücke befinden sich etwa im Metropolitan Museum of Art, New York, hier Inv. Nr. 2014.713.5.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Formen wirklich antiken Schmucks noch unbekannt. Weder in der Renaissance, noch im Klassizismus hatten Ausgrabungen echten Schmuck der Alten hervorgebracht. Die Entwürfe dieser Epochen waren lediglich Annäherungen an ein Ideal gewesen, das man sich aus anderen Zusammenhängen wie der Architektur erschließen musste. Mit der Entdeckung echten etruskischen Schmucks ab den 1820er Jahren in Italien änderte sich dies schlagartig. Prinzessin Alexandrine von Canino etwa war dafür bekannt, gern einige auf ihrem Landsitz bei Rom gefundene original etruskische Schmuckstücke zum Neid ihrer Freundinnen zu tragen. Doch die Zahl der Stücke, die ja alle Zufallsfunde waren, bleib gering und originalen, Jahrtausende alten etruskischen Schmuck konnte weiterhin nur ein Bruchteil der Damen besitzen. Daher begannen die Goldschmiede jener Jahre schon bald, Schmuckstücke nach nun endlich bekannten antiken Formen herzustellen. In Rom wurde in diesem Zusammenhang die Firma Castellani besonders berühmt: Fortunato Pio Castellani und seine Söhne erforschten die Etrusker und boten bald erstklassigen Schmuck für die gekrönten Häupter des Kontinents an, der die Formensprache dieser frühen Bewohner der italischen Halbinsel aufnahm. Doch auch in Deutschland wurden ihre Arbeiten, die man schnell unter dem Begriff des „archäologischen Stils“ bekannt machte, mit Interesse aufgenommen und mit den Formen der eigenen Geschichte verschmolzen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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