Sinnenfrohe Freundinnen

Qualitätvolles Armband mit Gemmen aus Vesuv-Lava in Gold, um 1900

Vier große Köpfe, samtig schwarz schimmernd, bilden den hier vorliegenden Schmuck. Vier Frauenbildnisse, abwechselnd mit Weinlaub und Lorbeer geschmückt, richten den Blick auf uns, geradeaus, die Haare in großen Locken um den präsente Gesicht. Kleine, ebenfalls aus Lava geschnitzte Rosetten verbinden die vier Begleiterinnen, gefasst in Gold, verbunden mit goldenen Ösen. Schmuck aus Gemmen aus farbigem Stein war im 19. Jahrhundert ein beliebtes Souvenir einer Reise in den Süden Italiens. Das Material galt als „Lava“ des Vesuvs und erinnerte an den Untergang Pompejis 79 n. Chr. als die Stadt unter Lava und Asche dieses Vulkanes versank. Die untergegangenen und auf wundersame Weise wiederentdeckten Ruinenstädte Pompeji und Herculaneum waren im 19. Jahrhundert fester Programmpunkt einer jeden italienischen Reise und boten einen ganz unmittelbaren Eindruck des antiken römischen Alltags. Schmuck aus dem Material dieser Orte konnte so zu einem schönen, vielleicht auch etwas makabren Souvenir werden. Es entstand Schmuck in allen Qualitäten, von einfachen kleinen Broschen bis hin zu großen Paruren. Dass Lava als Souvenirschmuck in den Augen der Zeitgenossen in keinster Weise als minderwertig galt, zeigt, dass sich auch im Oevre so bekannter Goldschmiede wie der Castellani Stücke aus Lava finden. Augusto Castellani, der Sohn Fortunato Pios, beschreibt in seinem Buch Delle gemme. Notizie raccolte, Florenz 1870, S. 138, die sog. Lava des Vesuvs neben anderen Materialien als bekannten Ausgangsstoff für Cameo-Arbeiten in der Umgebung von Neapel. Das hier vorliegende Armband ist in den Jahren um 1900 entstanden. Die großen Gemmen sind plastisch geschnitzt und erinnern in Entwurf und Details wie den kraftvollen Kiefern an die Kunstwerke bekannter Symbolisten wie Franz von Stuck oder Fernand Khnopff. Auch dass sich hier offenbar sinnenfreudige Bacchantinnen versammelt haben ist eine Parallele zu den Bildschöpfungen des bekannten Münchners aus der Prinzregentenstraße. Es ist sehr gut erhalten und eine ganz besondere Erinnerung an eine Reise nach Italien. Vgl. zur Datierung und mit weiteren Informationen zu diesem Schmucktypus Charlotte Gere/Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London: British Museum Press 2010, S. 494.

Die vielfarbige Lava des Vesuv ist seit dem 19. Jahrhundert ein beliebtes Material, um daraus Schmuckstücke herzustellen: Die hochstehende Gemmenschneidekultur in der Bucht von Neapel nutzte neben Muscheln und Korallen auch dieses Naturprodukt, um zuerst für die Reisenden der Grand Tour und später die Touristen aus ganz Europa beliebte Souvenirs herzustellen. Die Armbänder, Colliers, Broschen und Ohrringe, welche so entstanden, erinnern an die Besichtigung Pompejis, mit dessen Untergang durch den Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr. sich die Lava und Asche dieses Vulkanes ganz besonders verbindet. Die untergegangenen und auf wundersame Weise wiederentdeckten Ruinenstädte Pompeji und Herculaneum waren im 19. Jahrhundert fester Programmpunkt einer jeden italienischen Reise und boten einen ganz unmittelbaren Eindruck des antiken römischen Alltags. Tatsächlich sind in der Werkstatt der Castellani zahlreiche Schmuckstücke mit Gemmen und Kameen entstanden, sowohl unter Verwendung antiker Stücke, als auch mit neuen, im 19. Jahrhundert angefertigten Steinschnitten. Dabei dominieren die in Achat und andere Farbsteine geschnittenen Arbeiten, doch finden sich im Oeuvre der Castellani auch Schmuckstücke mit Gemmen in Koralle, Muschel und Lava. Augusto Castellani, der Sohn Fortunato Pios, beschreibt in seinem Buch Delle gemme. Notizie raccolte, Florenz 1870, S. 138, die sog. Lava des Vesuvs neben anderen Materialien als bekannten Ausgangsstoff für Cameo-Arbeiten in der Umgebung von Neapel.

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