Zwischen Handwerk und Kunst

Ausdrucksstarke Goldbrosche von Anton Frühauf, Meran 1914-1999

Schmuck der 1960er Jahre wendet sich verspielt gegen die Abstraktionen des Art Déco ebenso wie gegen den weit verbreiteten Klassizismus der unmittelbaren Vorkriegsjahre und bezeugt so den Willen zu einem vollkommenen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit Leichtigkeit und Witz wurde den Entbehrungen des großen Krieges entsagt und sich der Zukunft zugewandt, ohne zugleich zu vergessen, den neuen Reichtum des Wirtschaftswunders auch im Bereich des Schmuckes auszudrücken. So zeigt sich die vorliegende Brosche im Glanz eines hochkarätigen 750er Goldes. Sie stammt aus der Hand des berühmten Meraner Goldschmieds Anton Frühauf (1914-1999). Das rechteckige Schmuckstück setzt sich aus drei gegossenen Reliefs zusammen, die jeweils eine Wasserträgerin zeigen. Die Kleider sowie die Gefäße, welche die Frauen auf ihren Köpfen tragen, sind in den Farben Schwarz, Weiß und Rot emailliert. Die Brosche wirkt kraftvoll und erinnert an Vergleichsstücke im Bereich der Skulptur der 1960er Jahre. Als Goldschmied sah sich Frühauf als ein Künstler, der tragbare Kunstwerke herstellen wollte. Die modernistische Juwelenbewegung fing in den 1930er Jahren an und entwickelte ihre Eigendynamik besonders in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Frühauf wurde ab den 1950er Jahren zu einem einflussreichen Meister seines Faches. Wie seine amerikanischen Zeitgenossen entwarf und fabrizierte Frühauf seine Schmuckstücke stets selbst. Frühaufs Goldschmiedewerke sind von einer lebhaften Oberfläche gekennzeichnet, die durch Edelsteine oder Emaillierungen hervorgehoben werden. Er ließ sich von der Natur, dem Menschen und der Umwelt inspirieren. Er verwendete abstrahierte Blätter und Baumrinde in Form von Ringen und Hängern, dazu archaisch anmutende Schmuckstücke mit Darstellungen, die an geometrisch-abstrakte Plastiken und Gemälde erinnern. Anton Frühauf erhielt zahlreiche Auszeichnungen und mehrere Preise: 1957 bei der Internationalen Handwerksmesse in München die Goldmedaille des Bayerischen Staatspreises, 1968 wurde ihm in der Innsbrucker Hofburg bei der Ausstellung „Gold und Silber“ der österreichische Staatspreis verliehen, 1970, 1976, 1979 und 1983 war er bei der „International Jewellery Arts Exhibition“ in Tokio dabei, bei der Biennale in Florenz im Jahr 1973, 1984 erhielt er erneut in München bei der 36. Internationalen Handwerksmesse die Goldmedaille des Bayrischen Staatspreises, 1996 wurde er in Innsbruck mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol geehrt. Seine Werke befinden sich in zahlreichen Museen, so im Schmuckmuseum Pforzheim, im Museum für moderne Kunst in Bozen und in einer schönen Auswahl im Museum of Fine Arts in Boston.

Anton Frühauf wurde 1914 in Meran geboren. Er war Juwelier und freischaffender Künstler, Maler, Graphiker und Karikaturist. Von 1928 bis 1932 besuchte er die Handelsakademie Innsbruck. Von 1935 bis 1936 arbeitete er als Volontär bei Davide Ventrella in Rom. Von 1937 bis 1938 studierte er für zwei Semester an der Staatsschule für angewandte Kunst in München. Zur gleichen Zeit arbeitete er bei Weisshaupt in München bis 1940. Darauf folgte von 1941 bis 1943 eine Lehramtsstelle als Zeichenlehrer an der Technischen Hochschule München. Nach Kriegsende gründete er seine eigene Werkstatt in Meran. Vgl. zu Frühauf auch https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Frühauf.

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