Auf sie mit Gebrüll

Außergewöhnliche Brosche aus geschnitzter Koralle, Neapel um 1860

Schmuck aus Koralle hat eine jahrhundertealte Tradition. Schon die alten Römer schmückten sich mit kunstvoll geschnitzten Korallen aus dem Mittelmeer, die vor der Küste vor Neapel in reichen Mengen geerntet werden konnte. Kein Wunder, dass gerade hier, in der Bucht zu Füßen des Vesuvs, eine spezialisierte Handwerkstradition entstand, deren Meister diesen Schatz des Meeres bis heute in kunstvolle Kreationen verwandeln. Eine wahre Blüte erlebte die Korallenverarbeitung im 19. Jahrhundert. Die immer zahlreicheren Reisenden aus ganz Europa besuchten Neapel, Capri und die Amalfiküste. Schmuck aus Koralle war da ein beliebtes Souvenir. Doch auch in London, Paris und Berlin wurde diese schönste Gabe des Meeres von den Juwelieren gehandelt und importiert. 1851 etwa erregte der Stand des Juweliers Robert Phillips auf der Weltausstellung in London mit einer spektakulären großen Auswahl italienischer Koralle großes Aufsehen, die nur wenig später dann vom heutigen Victoria & Albert Museum übernommen wurde. Die hier vorliegende, spektakuläre Brosche aus Mittelmeerkoralle ist kurz nach der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Wir sehen das Gesicht eines Löwen, von üppiger Mähne gerahmt. Er ist sehr plastisch aus der Koralle geschnitten. Sein Ausdruck scheint sich je nach Betrachterstandpunkt geradewegs zu verändern, von einem scheuen Blicken zu einem zornigen Starren. Rechts und links halten verknotete Taue an großen Nägeln den fauchenden Löwen an seinem Platz. Auch sie sind natürlich aus Koralle geschnitten. Alle drei Teile sind einzeln aus Koralle geschnitzt und auf einem Gerüst aus vergoldetem Silber montiert. Die Form der Knoten erinnert dabei an mittelalterliche Säulen aus italienischen Kreuzgängen. Auch der Löwe könnte in Form einer antiken Bronze ein Vorbild in der Italienischen Kunstgeschichte haben. Er ist zugleich beides: Kraftvolles Bild und verweisreiches Zitat. Vgl. zur Datierung unserer Brosche und zur Geschichte des Korallenschmucks im 19. Jahrhundert u.a. David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 107, sowie Charlotte Gere/Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London: British Museum Press 2010, S. 240-243.

Die Vorgänger unserer heutigen Broschen waren Fibeln, die Mantelschließen getragen wurden. Diese Schmucksücke ähnelten einer Sicherheitsnadel und diente dazu, Kleidungsstücke an den Schultern zusammenzuhalten. Diese Fibeln kündeten auch vom Status ihres Besitzers und bereits in der Bronzezeit wurden sie mit Figuren verziert und kunstvol ausgestaltet. Die Römer gestalteten ihre Fibeln zum Teil so prachtvoll, dass sie mit Luxussteuern belegt wurden. Die Fibel – und seit dem Mittelalter ein ähnlich gestaltetes Schmuckstck namens Fürspann – sorgte fast 3.000 Jahre lang für den korrekten Sitz der Kleidung. Spätestens seit der Erfindung des Knopfes waren Fibel und Fürspann in ihrer Funktion allerdings zunehmend überflüssig - und konnten sich nun, zunächst am Hof Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert, zu reinen Schmuckobjekten entwickeln.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen!

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