Verführung der Sinne

Zartes Naturperlen- & Diamant-Collier des Jugendstil, um 1895

Schmuck ist nicht nur kostbares Material und elegante Form, sondern seine Geschichte ist auch eng mit der Geschichte technischer Neuerungen, Entdeckungen und Erfindungen verquickt, beispielsweise jeber des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts. Denn mit einem Mal erfüllte gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas: Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen, reich besetzt mit Diamanten, antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Gefasst wurden die Diamanten zunächst in Silber. Erst später stand den Goldschmieden dann auch Platin zur Verfügung, und um 1913 herum schließlich auch Weißgold. Das hier vorliegende, bezaubernd zarte und leichte Collier ist ein frühes Beispiel dieser Mode. Es besteht aus Gold mit einer Front aus Silber, in welche Diamanten dicht an dicht gesetzt sind. Große, echte Naturperlen sind pendelnd angehängt und nehmen den eleganten weißen Farbklang auf. Der uns unbekannte Entwerfer hat den großen Anhänger aus dem Naturvorbild der Lilie entwickelt – eine Blume, die für die Künstler des Jugendstils so wichtig wie keine andere war. Einerseits galt sie als reine Blüte, denn seit dem Mittelalter war die Lilie ja auch das Symbol der Gottesmutter Maria. Andererseits aber konnten die Künstler der Jahrhundertwende, betört durch den intensiven Geruch der Pflanze, sie nicht mehr so rein und unschuldig nehmen, wie die Generationen vor ihnen. Vielmehr wandelte sich das Bild der Lilie hin zu einem Symbol der Verführung und der Erotik – je nachdem, welchen Aspekt der Blüten man nun betonen mochte. Das symmetrisch zur MItte hin entworfene Collier ist sehr gut erhalten. Es ist zugleich zart und doch ausdrucksstark – und kostbar augestattet, wie ein unabhängiges Zertifikat bestätigt, das mit dem Schmuckstück mitgeliefert wird.

„Bekanntlich bilden Perlen heute das Zauberwort, das das Herz jeder Weltdame höher schlagen macht, und in immer erhöhterem Maße drängen Perlen die rotglühenden Rubinen, die funkelnden Smaragde, ja selbst die blitzenden Brillanten in den Hintergrund. […] Früher wurden die wertvollen Perlen fast ausschließlich im persischen Meerbusen und zwar im Besonderen bei den Bahrein Inseln gefischt, seit einigen Jahren werden aber aus den Küstengewässern Australiens, namentlich Queenslands sehr beträchtliche Mengen Perlen im hohen Werte vom Meeresgrund ans Tageslicht gefördert, und in den Jahren 1901 bis 1907 wurden nicht weniger als 4640 Tonnen Perlmuscheln gefischt, deren Wert die Statistik mit nahezu 14 Millionen Kronen angibt. (Eine Krone 5,10 Mk.)“ Deutsche Goldschmiede-Zeitung, Nr. 45, 1910, S. 399.

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