Die Pracht des Empires

Beindruckender Armreif mit Saphir & Altschliff-Diamanten, England um 1890

Das Britische Empire umfasste im ausgehenden 19. Jahrhundert beinahe ein Viertel der Weltbevölkerung. Als Folge dessen ergoss sich aus den Kolonien ein nicht enden wollender Strom exotischer Waren und Kostbarkeiten in die großen Häfen Englands. Edelsteine und Diamanten wurden in nie gesehener Menge meist aus Indien und Südafrika importiert und die Schmuckproduktion jener Jahre war so reichhaltig wie nie zuvor oder danach. Zu den besonderen Schätzen, auf die England beinahe ein Monopol hatte, gehörten Saphire in allen Farben und Formen. Ein besonders feines Exemplar findet sich in dem hier vorliegenden Armreif, der in spätviktorianischer Zeit in England entstanden ist: Der vollkommen natürliche Edelstein hat ein Gewicht von etwa 5,30 Karat und ist nicht gebrannt um seine Farbe zu verbessen. Tatsächlich gehört das künstliche Erhitzen von Saphiren und Rubinen heutzutage zur gängigen Praxis, weil es die Farben der Edelsteine intensivieren kann. Um so seltener sind deshalb Steine deren Tönung ohne Zutun des Menschen entstanden ist. Um hier sicherzugehen, haben wir das Schmuckstück in ein renomiertes Edelstein-Labor nach Idar-Oberstein geschickt, das es analysiert und bewertet hat. Das Gutachten wird selbstverständlich zusammen mit dem Armreifen geliefert. Während der dunkelblaue Saphir den ruhigen Mittelpunkt der Schauseite des Schmuckstückes bildet, wird das Funkeln des Juwels von Diamanten übernommen. Die Kombination von dunkelblauen Saphiren und Diamanten war eine der beliebtesten Zusammenstellungen bei Schmuckstücken des ausgehenden 19. Jahrhunderts: „Von wahrhaft berückender Pracht sind Geschmeide mit {...} Saphiren, die zur Zeit von der Mode sehr begünstigt werden“, hieß es etwa 1896 zur neusten Schmuckmode im Damenjournal „Der Bazar" (Der Bazar. Illustrirte Damen-Zeitung, 42. Jahrgang 1896, Nr. 26, S. 321). Nicht zuletzt erklärte sich diese Beliebtheit auch daraus, dass die Kombination von Saphir und Diamant beide Edelsteine in ihrer Farbwirkung steigert. Der vorliegende Armreif zeigt diesen Effekt sehr schön und in beeindruckender Weise, sind doch die hier verwendeten Edelsteine von ganz besonderer Schönheit. Der Entwurf ist um einen tiefblauen Saphir herum gestaltet, der mit seiner Grundform ein gestrecktes Achteck beschreibt. Zwölf große Diamanten in feinen Altschliffen sind zu beiden Seiten des Saphires eingelassen, begleitet von insgesamt 36 weiteren Diamanten im Rosenschliff. Das Schaustück mit seinem mehr als fünfkarätigem, natürlichen Saphir, fasst zudem mehr als sechs Karat feiner Diamanten in individuellen Schliffen. Armreife wie dieser waren im späten 19. Jahrhundert typischer Bestandteil der Ballgarderobe. Große Ohrringe waren in den 1890er Jahren weniger gefragt, galten sogar als unfein; umso prächtiger durfte es aber an anderer Stelle funkeln. Da Armreife am Abend zudem nicht auf dem nackten Arm, sondern auf langen hellen Handschuhen getragen wurden, wurden sie zusätzlich hervorgehoben. Auch unser Armreif wird solch festliche Veranstaltungen miterlebt haben, entstand er doch gerade in jener Zeit. Welche Kapitel werden Sie seiner Geschichte hinzufügen?

Der Saphir ist ein wahrhaft königlicher Stein. Noch häufiger als der Rubin schmückt er die Kronen in den Monarchien Europas: Die englische Staatskrone funkelt im Licht von 18 wunderschönen Steinen, ebenso viele weist die des Böhmenkönigs Wenzelslaus auf. Und doch teilt er mit dem Rubin viele Eigenschaften, denn für den Mineralogen gehören beide Steine zur Gruppe der Korunde. Die berühmtesten Saphire der Welt stammen aus Kaschmir, wo heute indes nur noch wenige Saphire gefördert werden. Kaschmir-Saphire zeigen ein kraftvolles Kornblumenblau und haben einen sog. „schläfrigen“, leicht milchigen Charakter. Saphire anderer Fundstätten zeigen abweichende Blautöne: Steine aus Mianmar, die ebenfalls höchste Qualitäten erreichen können, tendieren eher zu einem Ultramarin. Saphire aus Sri Lanka leuchten in einem eher helleren, himmelblauen Ton. Saphire aus beiden Fundorten tendieren dazu, stärkere Einschlüsse zu zeigen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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