Die Hüterin des Feuers

Bewunderungswürdige Lagenstein-Kamee mit Naturperlen, um 1870

Die Organisation der Städte war auch schon in der Antike ein komplexes Unterfangen. Besonders wichtig in einer Zeit ohne elektrischen Strom war die Verfügbarkeit von Feuer. Denn nur die Kontrolle des Feuers ermöglichte die Zubereitung von gekochtem Essen, Wärme in kalten Zeiten und auch von Licht in der Dunkelheit. Deshalb war die Aufrechterhaltung einer sicheren Feuerquelle im antiken Griechenland und auch im römischen Reich eine der wichtigsten Aufgaben des täglichen Lebens. Dieser Aufgabenbereich oblag im antiken Rom einer Gruppen von jungen Mädchen, die als Priesterinnen der Göttin Vesta dienten. Vesta war die Göttin von Heim und Herd, der beispielsweise auf dem Forum Romanum ein eigener Tempel geweiht war. Diese Jungfrauen, „Vestalinnen“ oder „vestalische Priesterinnen“ genannt, hatten die Aufgabe, das Herdfeuer im Tempel der Vesta zu bewachen und zu nähren, da es niemals erlöschen durfte. Die hier vorliegende, ergreifend schöne Lagensteinkamee der Jahre um 1870 zeigt eine schöne Vestalin in weiß vor schwarzem Grund. Die hübsche Jungfrau blickt nach rechts und zeigt ihr klassisches Profil in stiller Ruhe. Ihr hochgestecktes, lockiges Haar bahnt sich seinen Weg, durch ein Haarband gehalten. Darstellungen von Vestalinnen sind uns auch aus der Hand von Angelika Kauffmann überliefert, was uns einen Hinweis auf die Faszination gibt, die auch der Klassizismus für diese schönen Jungfrauen der Antike hatte, denen eine der wichtigsten gemeinschaftlichen Aufgaben oblag. Die wohl in Deutschland entstandene Gemme ist aus hartem Lagenstein geschnitten und wunderbar setzt sich die weiße Schicht des Steines in ihrer Farbigkeit von dem schwarzen Unetrgrund ab. In eine wunderbar gestaltete Goldfassung mit schwarzer Emaillierung und insgesamt 33 Naturperlen bilden einen schimmernden Rahmen. Das Schmuckstück ist als Brosche tragbar und kam aus dem Mitteldeutschen zu uns. Die Kamee ist wunderbar fein geschnitten und erstklassig erhalten. Sie erinnert an die wichtige Rolle der Frauen, ohne diie die antike Hochkultur nicht aufrechtzuerhalten gewesen wäre.

Die technische und wissenschaftliche Entwicklung Europas hatte im 19. Jahrhundert die Geschichtswissenschaft zur Leitdisziplin der Zeit werden lassen. Neue Ausgrabungen in Italien erschlossen bislang unbekannt gebliebene Epochen der europäischen Geschichte, und besonders die Frühzeit der Kulturen erlebte ein bislang unbekanntes Interesse. In Italien wurden besonders die Etrusker neu entdeckt und ihr Kunsthandwerk über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Über den engen Rahmen der Universität hinaus begeisterten sich dabei auch die Bürger der europäischen Staaten für die neuen Entdeckungen und suchten Schmuckstücke, Möbel und Kusthandwerk in diesen aufregenden, neuen Formen zu besitzen. In Rom wurde in diesem Zusammenhang die Firma Castellani besonders berühmt: Fortunato Pio Castellani und seine Söhne erforschten die Etrusker und boten bald erstklassigen Schmuck für die gekrönten Häupter des Kontinents an, der die Formensprache dieser frühen Bewohner der italischen Halbinsel aufnahm. Doch auch in Deutschland wurden ihre Arbeiten, die man schnell unter dem Begriff des „archäologischen Stils“ bekannt machte, mit Interesse aufgenommen und mit den Formen der eigenen Geschichte verschmolzen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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