Aus südlichen Gefilden

Biedermeier Armband aus Koralle mit Antinoos-Gemme, Italien um 1825

In den ersten Dekaden des 19. Jahrhundert kam Schmuck aus geschliffenen Korallen groß in Mode. Mindestens eine ausgedehnte Italienreise im Leben gehörte noch immer zum guten Ton der Zeit und nicht selten brachten die Reisenden Korallenschmuckstücke mit in die Heimat, nördlich der Alpen. Denn was Korallen in jenen Jahren so attraktiv machte, war, dass er zu allen Tageszeiten und Gelegenheiten getragen werden konnte – anders beispielsweise als Brillanten, die gesellschaftlich nur am Abend und bei verheiraten Frauen als angemessen angesehen wurden. Als Souvenir eines solchen Aufenthaltes am Fuße des Vesuvs erwarb man also Korallen, als geschliffene Kugeln für Ketten und Armbänder, oder als geschnittene Gemmen mit mythologischen Motiven. Unser ungewöhnliches Armband präsentiert eine besonders schöne, plastische Kamee mit der Büste des jugendliches Antinoos. Aus roter Mittelmeerkoralle kunstfertig geschnitzt, zeigt die ovale Gemme Kopf und Schulterpartie des schönen Jünglings. Der Geliebte Kaiser Hadrians ertrank im Jahr 130 n. Chr im Nil und wurde darauf hin in den Götterhimmel erhoben wurde und als Sinnbild unvergänglicher Schönheit kultisch verehrt. Eine elegant filigrane Fassung aus hochkarätigem Gold umgibt die Kamee, Arbeiten dieser Art, die aus gewickeltem Filigran und kleinen, aufgelöteten Kügelchen bestehen, nennt man Cannetille (Siehe „Erfahren Sie mehr"). Das Armband selbst besteht aus drei Reihen feinster Mittelmeerkoralle, die zu polierten Kugeln geschliffen und aufgefädelt sind. Wir haben es neu aufgezogen und die Fadenaufnahmen erneuert. Die Formgebung der Fassung lassen uns die Goldschmiedearbeit in die Jahre um 1825 datieren. Vergleichsstücke finden sich bei Brigittte Marquardt: Schmuck. Klassizismus und Biedermeier 1780 - 1850, München 1983, S. 203 u.a.

Schmuckstücke mit Cannetille waren besonders in der Dekade von 1820 bis 1830 populär. Cannetille ist dem Filigran verwandt und besteht üblicherweise aus fein gehämmerten Blechen und Golddrähten. Die verwendeten Formen bestehen hauptsächlich aus Ranken, Spiralen und bienenkorbartigen Elementen, die wie zarte Spitze wirken und häufig mit feinen Granulaten verziert sind. Typisch ist auch die Verwendung von farbenfrohen Edelsteinen wie Aquamarin, Topas oder Chrysoberyll, in Mitteleuropa darüber hinaus auch böhmische Granate, Türkis und Opal. Die Steine wurden zum überwiegenden Teil in geschlossene Fassungen gesetzt und mit einem Folienhintergrund versehen, der ihren Farbton vereinheitlichte. Der Aufstieg des Cannetille fällt in die Zeit der Goldknappheit am Anfang des 19. Jahrhundert, als große Schmuckstücke in Mode waren das Gold aber teuer. Cannetille Schmuck wirkt beeindruckend, verwendet aber nur wenig von dem kostbaren Edelmetall. Vgl. mit zahlreichen Beispielen Ginny Reddington Dawes / Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 113–116 und David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 82, S. 85, usw.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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